Archiv für März 2008

Steingedanken 33

Montag, 31. März 2008

Stein und Mensch ………
Mensch und Stein ………..
Was unterscheidet wohl die beiden voneinander?

Ich glaube– der Unterschied ist möglicherweise garnicht so groß – sieht man einmal von den „körperlichen Unterschieden“ wie Gewicht, Form, Material einmal ab!

Es gibt keinen Stein der gleicht wie ein anderer…………es sei denn….

…der Stein ist für einen bestimmten Ort bestimmt, der gleiche Steine erfordert!
Wenn ich z.B. einen gepflasterten Weg haben möchte ,
wenn das Pflaster sich in ein Gesamtbild der Anlage einordnen soll –
d.h. kein Stein soll besonders herausstechen
-    alle sollen gleich aussehen
-    es soll nicht der einzelne Stein „glänzen“ – sondern das Ganze
dann ist es erforderlich den Stein / die Steine in einer bestimmten Art und
Weise zu bearbeiten !

Es gibt keinen Menschen der gleicht wie ein anderer…..es sei denn…..
…der Mensch ist für einen bestimmten Ort bestimmt, der gleiche Menschen erfordert!
Wenn ich z.B. eine Gruppe, ein Volk haben möchte ,
wenn der Mensch sich in ein Gesamtbild der Gesellschaft einordnen soll –
d.h. kein Mensch soll besonders herausstechen
-    alle sollen gleich aussehen
-    es soll nicht der einzelne Mensch „glänzen“ – sondern das Ganze
dann ist es erforderlich den Menschen / die Menschen in einer bestimmten Art
und Weise zu erziehen!

Und dennoch ist jeder einzelne Stein so einzigartig und hat so viel zu erzählen …..
Und dennoch ist jeder einzelne Mensch so einzigartig und hat so viel zu erzählen …..

Angelika Scheidig

Steingedanken 32

Donnerstag, 27. März 2008

Unsortierte Gedanken zum Thema Steine im Allgemeinen.

Lasse ich meine Gedanken ein bisschen zu diesem Thema schweifen, so kommt mir unausweichlich mein frühe Jugend in Erinnerung. Und die ist nicht erfüllt mit freundlichen Gedanken an Steine.
Ich war damals so um die 9 Jahre alt. Es war die Zeit als Würzburg noch überwiegend durch Ruinen geprägt war und viele Städter von dem Wunsch beseelt waren, irgendwo ein kleines Stückchen eigens Grün zu besitzen. Meinen Vater durfte man wohl zu den Glücklichen zählen, der es, wenn auch mit Einschränkungen im täglichen Leben, ermöglicht bekam, sich ein Stück Land zu erwerben. Am Nordhang des Steinberges, ein ehemaliger Weinberg. Vaters Glück war in so weit zum damaligen Zeitpunkt perfekt.
Aber wie es Weinberge so an sich haben, steinreich. Kleine, große, verteilt auf die unterschiedlichsten Bodenschichten, eine Herausforderung an jede Pflanze, die in dieser Steinwüste gedeihen sollte. Nur haben die Steine nicht die Beharrlichkeit meines Vaters bedacht. Jede freie Minute wurden Steine aufgelesen. Weitgehendst nach Größe in verschiedene Behältnisse sortiert, um damit später mal Zementgemisch ansetzen zu können. Und aus dieser Zeit meine immer noch vorhandene Antipathie zu Steinen. Ich durfte (!), auch mit einem Eimer bewaffnet, bei jeder Anwesenheit im Garten in den Kampf gegen die Steine mit eingreifen. Dass man als letztes Ergebnis dieser Bemühungen später mal preiswertes Gemüse und Obst ernten konnte, zu der damaligen Zeit, es gab da noch keine Suppermärkte und das bisschen Geld war immer knapp, konnte ich in meiner Jugend noch nicht denken.
Das ist jetzt alles schon viele Jahrzehnte her, und meine Einstellung zum Stein hat sich sicherlich geändert. Allerdings, wann denkt der, in der heutigen Zeit doch ganz schön verwöhnte Städter, mal an Steine? Da muss vermutlich erst ein sogenannter Steineflüsterer kommen, um den aktuellen Mensch daran zu erinnern, dass der Stein als solches immer noch ein Naturprodukt ist, dass in seiner Verwendbarkeit und auch in der tatsächlichen Verwendung, nur schlecht wegzudenken ist.
Und schaut man in den modernen Enzyklopädien unter Stein nach, so stellt man fest, dass der Mensch auch dieses Naturprodukt katalogisiert und einordenbar gemacht hat. Da gibt es für jede Größe und für jedes Schichtvorkommen spezielle Bezeichnungen und dem Stein als freies Fundstück der Natur wird versucht sich dem Normenzwang uns sog. modernen Menschen unterzuordnen.
Jetzt bin ich weder geologisch vorgebildet, noch habe ich mich vorher besonders mit diesem Thema beschäftigt. Aber so aus dem Stand gefragt, sage ich, es wird noch Steine geben, in aller Vielfallt und Schönheit, da gibt es uns armseeligen Menschen schon lange nicht mehr.
Und so bin ich dem Steineflüsterer direkt dankbar, dass er mich durch seine Ideen auch zum Denken im Thema Stein veranlasst hat. Und gehe ich ein bisschen mehr in mich hinein, so stelle ich fest, je mehr man über Steine nachdenkt, desto interessanter werden sie. Als bloßes Material, als Medium zur Kunst, als optische Lockerung der Erdoberfläche, es gibt bestimmt noch eine Vielzahl von Erwähnungen, die hier fortgesetzt werden könnte, aber das sollten wir jetzt wirklich einem überlassen, der sich anschickt, aus dem bloßem Stein ein natürliches Kunstwerk zu erschaffen, dem Steineflüsterer.

Peter Münich

Steinsprüche

Mittwoch, 26. März 2008

Wäre lügen so schwer wie Steine tragen,
so würde jeder die Wahrheit sagen.
Deutsches Sprichwort

Ein geduldiger Mensch kann sogar Steine weich kochen und den Sud genießen.

Achte auf die Steine unterwegs, gerade zum Stolpern brauchst du Umsicht und Erfahrung.
Napoleon I. Bonaparte, (1769 - 1821)

Gerade jene Steine, die dich ins Stolpern bringen, sind deine Wegweiser.
Martin Gerhard Reisenberg,

Steine werden erst unzerbrechlich,
wenn sie zu Sand geworden sind.
Unionen und Nationen auch.
Alfred Selacher

Nelly Sachs

Dienstag, 25. März 2008

“Wir Steine,
wenn einer uns hebt,
hebt er Urzeiten empor-
wenn einer uns hebt,
hebt er den Garten Eden empor-
wenn einer uns hebt,
hebt er Adams und Evas Erkenntnis empor
und der Schlange staubessende Verführung.

Wenn einer uns hebt,
hebt er Billionen Erinnerungen in seiner Hand,
die sich nicht auflösen im Blute
wie der Abend.
Denn Gedenksteine sind wir,
alles Sterben umfassend.

Wenn einer uns wirft,
wirft er den garten Eden-
den Wein der Sterne-
die Augen der Liebenden und allen Verrat.

Wenn einer uns wirft im Zorne,
so wirft er Äonen gebrochener Herzen
und seidener Schmetterlinge.

Hütet euch, hütet euch,
zu werfen im Zorn mit einem Stein-
unser Gemisch ist ein vom Odem Durchblasenes.
Es erstarrte im Geheimnis,
aber kann erwachen an einem Kuß.”