Archiv für März 2008

Steingedanken 29

Mittwoch, 19. März 2008

Urlaubssteine
Unsere Familie (Vater, Mutter, Matthias, Julia, Ulrich und Anne) brachte aus jedem Urlaub Steine mit nach Hause. Überall in unserem Garten liegen sie herum und erinnern uns an ganz bestimmte Orte. Von einem besonderen “Steintransfer” möchte ich berichten:
1996 verbrachten wir unseren Urlaub auf der Insel Elba. Dort lasen wir im Reiseführer von einem Strandabschnitt an dem es wunderschöne Kieselsteine in allen Farben gab. Natürlich mussten wir unbedingt diese Steine sehen. Mit einem Rucksack marschierten wir los und an dem Strand angekommen, trauten wir unseren Augen kaum: es waren wirklich Steine in allen Farben. Durch die leichten Wellen wurden sie immer wieder nass gemacht und hierdurch leuchten die Farben ganz besonders schön. Wir sammelten und sammelten bis der Rücksack prall gefüllt war. Nur wie kommen wir nun mit diesem Gewicht zu unserem Häuschen? Kurz entschlossen schulterte Ulrich den Rucksack wie einen Wasserkasten und so schleppten wir die Steine heim.
Natürlich geht jeder Urlaub mal zu Ende und unser ganzes “Hab und Gut” musste im Auto verstaut werden. Wohin nur mit den Steinen? Wir fanden eine Lösung und schütteten unsere Schätze einfach in die Ausbuchtung des Ersatzrades.
Normalerweise ist das ja perfekt oder?
An der Grenze zwischen Italien und der Schweiz war nichts mehr perfekt. Wir hatten einen Platten!!!!!!!!
Uns blieb nichts anderes übrig - das Auto musste ausgeräumt werden. Mindestens 10 Meter des Gehsteiges belagerten wir mit unseren Schätzen. Natürlich mussten wir so manchen Spott anhören wie z.B.: ” Ihr habt ja die ganze Insel Elba ins Auto geladen!” Doch wir ertrugen es mit Humor - denn solch schöne Steine hatten wir noch niemals mit nach Hause gebracht!
Ingeborg H.

Steingedanken 28

Mittwoch, 19. März 2008

Antons 60. Geburtstag

Unser bester Freund Anton ist sehr schwer krank. Doch er verliert nie den Mut und wir alle hoffen mit ihm, dass er sich noch lange, lange am Leben freuen kann. Kurz vor seinem 60. Geburtstag musste er sich einer schweren Operation unterziehen. Vorher plante er jedoch seine Geburtstagsfeier. Seine Einladung hatte folgenden Text:
“Das Wasser
bahnt sich seinen Weg.
Unaufhaltsam strömt es durch die Zeit.
Vom kleinen Rinnsal nach der Quelle
Wächst der Bach heran,
gewinnt an Fahrt
und durchlebt turbulente und ruhige Abschnitte.

Kieselsteine
Werden umströmt,
weisen den Weg und werden geformt.
Sie leiten und begleiten das Wasser
Auf seiner langen Reise durch die Zeit
Und erzählen aus der Geschichte.
Sie erzählen von Menschen und Ereignissen,
von Begegnungen und Abschied,
sie erinnern sich an schönen und traurigen Stunden im Fluss der Zeit.
Und das noch sehr lange.”

Seine Frau gestaltete die Festtafel wunderschön mit den unterschiedlichsten Steinen. Obwohl Anton erst eine Woche vor der Feier aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war er ein fröhlicher und glücklicher Gastgeber. Das ganze Fest hatte eine wunderschöne Atmosphäre. Für uns war es eines der schönsten Geburtstagsfeiern.
Wir schenkten Anton einen alten Stein, den wir in unserer Gartenmauer fanden, die eingerissen werden musste. Der Stein hatte oben eine Vertiefung. Wir beauftragten einen Steinmetz, die Anfangsbuchstaben von Anton und Hildegard einzumeiseln. Anton hat sich so gut von der Operation erholt, dass er diesen Stein an einen schönen Ort in seinem Garten aufstellen konnte. Zu unserem Geburtstagsgeschenk gehörte noch ein Besuch zum Lindelbacher Steinbruch. Mit Anton und Hildegard verbrachten wir dort einen wunderschönen Nachmittag.
Wir wünschen uns, dass wir mit Anton und Hildegard im Frühling einen Besuch beim “Steineflüsterer” unternehmen können.
Hermann H.

Steingedanken 26

Dienstag, 18. März 2008

In meiner Kindheit brauchten wir keinen Spielplatz - wir hatten ein ganzes Dorf mit seinem Weiher zum Baden, den Wiesen und Feldern zum Tollen und die Wälder zum Druchstreifen. Das Dorf lag in einem Kessel und war von kleinen Weinbergen und Feldern umgeben in Hanglage. Die Hänge waren früher so “steinig”, dass die Bauern die Steine aus den Äckern aufgelesen und in Längsreihen zu “Steinmauer” aufgehäuft haben. Diese Steinmauern wurden für uns Kinder zum Bauparadies - richtige “Steinhäuser” und “Buden” haben wir gebaut. Jede Kindergruppe hatte so ein eigenes “Reich”. Jeden Tag wurde nach der Schule etwas neues dazugebaut oder altes verändert. Uns fielen alle möglichen Rollenspiele ein: mal waren wir Cowboy und Indianer; mal waren wir Bauern, die das Feld bestellten oder wir spielen einfach Familie. So verbrachten wir manche warme Jahreszeit in unendlicher Freiheit auf diesen Steinmauern… Schön war es und ist es auch heute noch in meiner Erinnerung.
Margitta P.

Steingedanken 25

Dienstag, 18. März 2008

Hallo Peter, wir trafen uns letzte Woche bei Petra und ich versprach dir, etwas über Steine zu schreiben. Da ich sehr gerne reime, hier mein Ergebnis:

Die Steine lagen lang im Meer
das Wasser trieb sie hin und her.
Die Wellen schlugen oft um sie
und hatten dabei keine Müh,
sie formten ovale und auch runde
und holten sie herauf vom Grunde.
Sie haben Farben, Muster, viele Streifen,
man kann es wirklich nicht begreifen.
Ich grub sie aus dem Meeressand
und brachte sie ins Bayernland.
Dort liegen sie in meinem Garten
und ich kann dann nur darauf warten,
wenn sie vom Regen wieder nass,
ein großes Staunen, welch ein Spaß!

H.K.