Archiv für September 2008

Sprichwörter

Mittwoch, 24. September 2008

Befreie das Kunstwerk aus dem unbearbeiteten Stein,

befreie die Idee aus dem Rohzustand.

Tausend und abertausend Ströme fließen ins Meer, aber das Meer ist nie voll - und könnte der Mensch Stein zu Gold verwandeln, sein Herz ist nie zufrieden.
Aus China

Der „kostbare Stein“

Dienstag, 23. September 2008

Der Sannyasi hatte den Dorfrand erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen, als ein Dorfbewohner angerannt kam und sagte: “Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!” „Welchen Stein?“ fragte der Sannyasi. „Letzte Nacht erschien mir Gott Shiwa im Traum“, sagte der Dörfler, „und sagte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Dorfrand einen Sannyasi finden, der mir einem kostbaren Stein geben würde, so dass ich für immer reich wäre.“ Der Sannyasi durchwühlte seinen Sack und zog einen Stein heraus. „Wahrscheinlich meinte er diesen hier“, sagte er, als er dem Dörfler den Stein gab. „Ich fand ihn vor einigen Tagen auf einem Waldweg. Du kannst ihn natürlich haben.“ Staunend betrachtete der Mann den Stein. Es war ein Diamant. Wahrscheinlich der größte Diamant der Welt, denn er war so groß wie ein menschlicher Kopf.Er nahm den Diamanten und ging weg. Die ganze Nacht wälzte er sich im Bett und konnte nicht schlafen. Am nächsten Tag weckte er den Sannyasi bei Anbruch der Dämmerung und sagte: „Gib mir den Reichtum, der es dir ermöglicht, diesen Diamanten so leichten Herzens wegzugeben.“
Aus: ANTHONY de MELLO, „Warum der Vogel singt.“ Herder Verlag Freiburg 1984, zweite Auflage, S. 103 „Der Diamant“

Rainer Maria Rilke, (1875 - 1926)

Montag, 22. September 2008

Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wieviel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Franz Kafka, (1883 - 1924)

Montag, 22. September 2008

So fest wie die Hand den Stein hält. Sie hält ihn aber fest, nur um ihn desto weiter zu verwerfen. Aber auch in jene Weite führt der Weg.