Steingedanken 55
Hallo Peter,
ich habe dich auf “Helges Treffen” im Sommer 2008 kennengelernt und dort eine für mich interessante und auch lustige Nacht mit dir und den anderen Gleichgesinnten verbracht. Obwohl ich keine großen dichterischen Fähigkeiten besitze (wie andere Leute die deine Seite bereichern), so fällt mir aber eine Geschichte ein die schon einige Jahre zurückliegt.
Meine “Steingeschichte” hat einen für mich damals schmerzlichen aber im nachhinein auch lustigen Hintergrund.
Seit ich in der Schule meinen ersten “Diercke Weltatlas” in Händen hielt, war ich ich von einer fernen Insel die damals noch “Ceylon” genannt wurde, fasziniert.
Irgendwann musste ich dorthin reisen und als junger Mann vor 23 Jahren war es soweit - ein Traum ging in Erfüllung. Ich verließ meine vertraute Umgebung in Unterfranken, und das erste mal in meinem Leben Europa, um die tropische Insel (die mittlerweile Sri Lanka hieß) im indischen Ozean kennenzulernen.
Dort angekommen mietete ich mich ca. 500 m vom Strand entfernt in einem kleinen Häuschen ein und war überwältigt von all den fremden Eindrücken.
Am dritten oder vierten Abend sollte ein Feuer am Strand mit anderen jungen Leuten stattfinden und so machte auch ich mich in dieser mondlosen Nacht auf den Weg dorthin.
Im Palmenwald war es stockdunkel und ich hatte mir noch keine Taschenlampe besorgt. Also orientierte ich mich immer wieder nach oben blickend am Sternenhimmel der durch die Schneise des Pfades zu sehen war. Auch streckte ich ab und zu die Arme aus um eventuelle Hindernisse ertasten zu können.
Plötzlich zog es mir die Füße weg und ich fiel mit dem Brustkorb auf einen vielleicht einen Meter hohen Felsbrocken der etwas seitlich auf dem Weg lag. Ächzend lag ich da und spontan fiel mir die Geschichte vom “Hans guck in die Luft” ein, die mir meine Oma vor vielen Jahren erzählt hatte.
Mit dem Strandfeuer war´s diesmal vorbei und die nächsten Tage musste ich mir das Lachen und Niesen verkneifen, denn meine gequetschten Rippen kannten kein Pardon.
Aber im nachhinein sollte es wohl eine Lehre sein, mich in einem mir vollkommen fremden Land ohne “Straßenbeleuchtung” und anderer für unerfahrene Europäer lauernden Gefahren vorzusehen.
Jedenfalls war dies das einzige negative Erlebnis das mir auf dieser fast viermonatigen Reise, die mich auch durch Indien nach Nepal führte, in Erinnerung blieb. Und ich sah noch viele Steine - kleine, große und auch das höchste aller “Gesteine” unserer Erde - den Himalaya.
Ich wünsche dir, Peter, noch viel Spaß und Erfolg mit deinen Steinen und deiner Arbeit und füge zwei Bilder von Steinwesen aus längst vergangenen Zeiten hinzu. Ich sehe auf den Bildern einen Steinelefanten und die “Uralte Morla”, die mahnend aber auch lächeld den Finger hebt - aber das sind vielleicht Hirngespinste.
Rainer Weisenberger

