Rainer Marie Rilke

aus “Dichtungen des Michelangelo”,
übertragen von Rainer Marie Rilke

So wie drei Stile in der Feder sind
und in der Tinte, so wie sich im Steine
das reiche Bild verbirgt und das gemeine,
ganz, wie es unser Geist daraus gewinnt,

so schliesst vielleicht das Herz in deiner Brust,
soviel drin Stolz ist, doch das schlicht gemachte
Gefühlskleid ein, das liebe, weiche, sachte,
hab ich`s auch draus noch nicht zu ziehn gewusst.

Aus Tieren, Kräutern, Worten, Steinen brächen
Heilkräfte gerne aus; sie würden alle
beschwörend reden, wenn sie wie wir sprächen.

Vielleicht, dass alle Kraft und was mich heilte,
in dir verheimlicht ist in meinem Falle.
…..

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