Steinige Gedanken von Stanislaus Klemm
Zwischen unserem Leben und den Steinen sind im Laufe der Zeit unendlich viele Verbindungslinien, viele Wege und Wechselbeziehungen entstanden, spiegeln sich so viele Erfahrungen und Empfindungen wider, dass eine Begegnung mit den Steinen einer menschlichen Begegnung sehr nahe kommen kann. So können z. B. den Steinen zugeordnete geologische Vorgänge wie Heben, Senken, Falten, Drücken, Pressen, Ablagern, Versteinern, Versanden, Verschieben, Ausspülen, Aus- und Abbrechen oder Abschleifen den bildhaften und erlebten Hintergrund für viele zwischenmenschliche Verhaltensweisen darstellen. In der Formen- und Farbenvielfalt sowie in der Entstehungs- und Verwendungsgeschichte der einzelnen Steine ist eine Unzahl menschlicher Erfahrungs- und Stimmungsaspekte gespeichert, in versteinerter Form „festgehalten“ - gleichnishaft, bildhaft und stets bereit, abgerufen, durchdacht, zur Auseinandersetzung herangezogen und neu gelebt oder erlebt zu werden.
Auch in der kosmischen Geschichte sind die Steine die letzten sichtbaren Pfeiler einer gigantischen Brücke, die sich über Raum und Zeit bis zu den entferntesten Milchstraßensystemen spannt. Wir brauchen gar nicht zu den Sternen zu greifen, die Steine selbst sind kostbare Sternensplitter, Spuren geborstener Sterne, aus denen sich Planeten und menschliches Leben entwickeln konnten. Steine sind gewissermaßen die ältesten Bewohner, der Untergrund unserer Welt, sie sind die ältesten Erinnerungsreserven der uralten Geschichte unseres Planeten. Und selbst wenn wir von der Größe des Universums bis in die mikroskopischen Tiefen unseres Körpers hinabsteigen und uns mit der Geschichte unseres eigenen Körpers beschäftigen, stoßen wir auf Steine, auf die „Bausteine des Lebens“.
Auch unsere sprachliche Ausdrucksweise ist mit den Steinen eng verknüpft. Steine helfen dem Menschen, bestimmte Tiere, Pflanzen und Gegenstände näher zu kennzeichnen: Steinadler, Steinbock, Steineiche, Steinkraut, Steingut, Steinsalz … usw. Wir sprechen vom „Stein des Anstoßes“, wir sind erfreut, wenn wir bei einem Menschen einen „Stein im Brett“ haben. Wir reden vom „Tropfen auf den heißen Stein“, bringen „Steine ins Rollen“ und werfen selbst dann noch mit Steinen, wenn wir im Glashaus sitzen. Wir lassen unsere Mitmenschen gerne auf „Granit beißen“, zeigen oft einen „versteinerten Gesichtsausdruck“: werden selten „steinreich“ oder „steinalt“. Selbst „hart wie ein Stein“ können wir manchmal sein oder weinen zum „Steinerweichen“. Viele Menschen machen sich auf, den „Stein der Weisen“ zu finden. Wenn einer sie dabei stört, könnte er Gefahr laufen, „gesteinigt“ zu werden. Unzählige solcher Redewendungen ließen sich noch aufzählen, in denen Steine eine Rolle spielen.



27. November 2009 um 15:28
ja, steinislaus (so nenn ich ihn/dich jetzt) hat echt gute gedanken, bin auch froh, seine gedanken lesen zu dürfen.
27. November 2009 um 20:24
Eine Notiz für Martina:
zu: “Stein-islaus” kann ich nur sagen, dass ich schon eine
eigenartige Verbindung zu Steinen habe. Vor genau 41 Jahren
war ich ein Jugendbetreuer und führte ca. 10 Buben durch die
Südtiroler Berge. Dort fand ich per “Zufall” einen wunderschönen
Bergkristall (Speziell: einen Rauchquarz). Ich war so fasciniert
davon, dass ich seit diesem Tag anfing, Steine zu sammeln.
Das Seltsame an der Sache ist, dass der Ort, an dessen Rand ich meinen
Stein fand, den Namen: “Cadipietra” (=Steinhaus!!!) trug, im Ahrntal.
Seit dieser Zeit träume ich sehr oft auch immer den mehr oder wenig gleichen Traum, dass ich einen Bergkristall finde und mich immer so freue, dass ich wach werde. Schade!
28. November 2009 um 01:01
hm, vielleicht ist der bergkristall eine art stellverteter. auf jeden fall würde sich ein psychoanalytiker sehr über die traumbedeutung freuen…
28. November 2009 um 10:47
Ich finde das einen schönen Traum. Viele Menschen wären dankbar wenn sie solche Träume hätten.
Ist es nun Schade wenn man wach wird oder weil es nur ein Traum war.? Wenn man wach wird , sich freut schläft man doch bestimmt wieder zufrieden weiter. Was ist Schade. Das es nicht wirklich ist. Was will man in der Realität mit so vielen Bergkristallen machen. Wahrscheinlich ändern sich dann die Träume. Ich wäre froh und glücklich wenn ich in meinem Leben auch ein mal einen Kristall finden würde. Solange begnüge ich mich mit den Träumen. Dort finde ich auch einiges. Das Wichtigste ist doch, dass man im Leben täglich etwas finden kann, worüber man sich freut.
Mir ist ein Kieselstein auf - in den kopf gefallen. Seit dieser Zeit hat mich das Steinfieber gepackt.
Steine begleiten mich durch den Tag und die Nacht. Darüber bin ich froh.
Peter
28. November 2009 um 12:23
träume haben meist bedeutung. ich selber suche nach dem sinn meiner regelmäßig abläufenden träume… kann alles sein, kann wichtig aber auch unwichtig sein. manchmal sind die traumwelten eben pfade. die aborigines beispielsweise nehmen diese sehr ernst und empfinden träume als part der realität, diese einstellung beeindruckt mich.
28. November 2009 um 13:46
Da stimme ich dir natürlich zu. Auch für mich sind Träume ein Teil meiner Realität.
Ohne meine wunderschönen Träume wäre ich heute nicht derjenige der ich bin.In schweren Zeiten haben mir immer Träume Hoffnung und Kraft gegeben.
Jeder Traum hat sicher seine Bedeutung und seinen Sinn.
peter
28. November 2009 um 16:01
so ist nun bei mir gerade die idee für die traumsteine geboren. sicherlich gibt es das schon… aber das macht nichts… ich werde dir davon berichten… und euphorisiere mich an dem gedanken