Archiv für Dezember 2009

Herz aus Stein

Samstag, 19. Dezember 2009

Die Metapher „steinernes Herz“,
die gleichbedeutend ist mit „Hartherzigkeit“, „Kälte“, „Leb und Lieblosigkeit“, „Macht“ und „Phantasielosigkeit“, „Böswilligkeit und Gefühllosigkeit“ kommt oft in der Literatur vor, so in Romanen von E.T.A. Hoffmann, Arno Schmidt und besonders in dem Wilhelm Hauffschen Märchen „das kalte Herz“, (aus Stein), das ein böser, gewalttätiger Berggeist den Menschen einsetzt nach dem Motiv: „lebendes Herz gegen Geld“, oder „Seele gegen Reichtum“. Das uralte „Faust-Motiv“.
Jeder versteht, was wir mit diesen Metaphern „meinen“ oder ausdrücken wollen. Das ist absolut in Ordnung. Eine andere Frage ist allerdings, ob wir nicht im Laufe der Sprachentwicklung bessere, angemessenere Metapher erfinden sollten, um Ähnliches auszudrücken. Aber hier greift eben noch die alte Vorstellung, jenes uralte, fast unausrottbare Vorurteil, Steine seien grundsätzlich „leb“- das heißt  „lieb“-los. Wenn jemand zügellos seine Sexualität an Menschen auslebt und sie ausnützt, sagen wir das oft mit der Metapher „wie ein Tier“. Auch hier gilt, wir verstehen, was wir damit „meinen“, aber wir sollten wahrlich eine andere Metapher verwenden, denn das arme Tier ist eine Kreatur, der solche „bösen Gefühle“ absolut wesensfremd sind. Ähnliche Vorurteile spiegeln sich in den Metaphern: „dumm wie eine Kuh“, „dreckig wie ein Schwein“, usw. Solche „uralten“ Vorurteile sind nicht so leicht zu überwinden, sie sind Teil unserer ererbten Sprache. Deshalb muss es immer mal wieder Menschen geben, die ab und zu den Dingen eine andere Deutung schenken, oder sagen wir besser wieder zurückschenken.

Dieser Weg ist vielleicht eine Art Gegenbewegung zu jener alten Versuchung, von der bereits die Bibel berichtet: „Da trat der Versucher an ihn (Jesus) heran. Der flüsterte ihm zu: Du bist Gottes Sohn! So sprich ein Wort, und aus diesen Steinen wird Brot! Jesus aber entgegnete: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das Gott zu ihm spricht“ (Matthäus 4,3). Steine in Brot zu verwandeln - wohl ein uralter Traum des Menschen. Dagegen wächst meine Erfahrung, dass Steine nicht nur den Ausgangs- oder den Grundstoff bilden, aus dem sich etwas Brauchbares machen lässt. Steine werden selbst Reichtum für denjenigen, der ihnen zu begegnen bereit ist, der sie nicht mit den Augen eines neurotischen Besitzenwollens anschaut, sondern mit den Augen eines staunenden und ehrfürchtigen Interesses. Man fühlt sich an ein altes Märchen erinnert, an „Hänsel und Gretel“. Fanden die beiden Kinder anfangs nicht den Weg ins Elternhaus wieder zurück, so doch mit Hilfe im Mond schimmernder Kieselsteine, die Hansel auf den Weg gestreut hatte. Beim zweiten Mal fehlten ihm die Kieselsteine, so dass er Brotstückchen streute, die allerdings von den Vögeln rasch aufgepickt wurden, so dass die beiden den Weg nach Hause nicht mehr fanden. Seltsam, es sind Steine, nicht das Brot, Steine werden zum Symbol, den Weg nach Hause zu finden. Was könnten Steine in dieser Symbolkraft für uns bedeuten? Vielleicht ein Hinweis, wieder zurück ins “Vaterhaus”, in Gottes Schöpfung zu finden.

Stanislaus Klemm

Gesteine im täglichen Leben- Badezimmer 2

Freitag, 18. Dezember 2009

Ein morgentliches Ritual ist dann die Entsorgung von überflüssiger Flüssigkeit, die sich in der Nacht angesammelt hat. Hierzu benutze ich eine Kloschüssel aus Keramik. Nach einer Spartastenspühlung wird das Gemisch dann durch Kanalisationsrohre(Steinprodukt) entsorgt. So langsam bin ich wach. Der Weg zum Waschbecken ist nicht so weit. Das Waschbecken. Schon wieder ein uns vertrauter Gegenstand, den wir alle täglich des öfteren benutzen. Befestigt an einer stabilen Steinwand. Die Verwandtschaft zur Kloschüssel ist eindeutig. Man sollte aber Beide auf keinen Fall verwechseln.
So wie die Fliesen, sind auch Wc und Waschbecken keramische Produkte. Aus Materialien hergestellt, die aus dem Kreislauf der Gesteine stammen.
Bevor ich den Wasserhahn dann aufdrehe, kommt erst die Stunde der Wahrheit. Jetzt will ich es wissen. Ich bin soweit. Der Blick in den Spiegel. Der lügt nicht. Der zeigt mir ungeschminkt mein Gesicht. Je nach Zustand erschrecke ich dann, oder freue mich, dass ich noch in den Spiegel schauen kann.
Was ist der Spiegel. Aus was ist er gemacht.? Was hat er Mit gesteinen zu tun?
1.Eine grosse Glasplatte wird sorgfältig gereinigt und poliert, damit eine möglichst glatte Oberfläche entsteht

Auf die polierte Seite wird eine dünne Schicht Silberlösung aufgetragen, die das Licht reflektiert.

Danach wird eine Kupferschicht aufgetragen, welche die versilberte Oberfläche schützt.
Eine oder mehrere  Lackschichten werden aufgetragen, damit der Spiegel lichtundurchlässig wird.

Hauptbestandteil also Glas- Glas wird aus Quarz hergestellt und schon sind wir wieder bei den Gesteinen. Da mir Glas noch öfters am Tage begegnen, bleibe ich für heute beim Spiegel.
Jetzt kann jeder für sich mal überlegen wie oft,wo und wann  man in den Spiegel schaut.

Ein Spiegel ist eine reflektierende Fläche – glatt genug, dass reflektiertes Licht nach dem Reflexionsgesetz seine Parallelität behält und somit ein Abbild entstehen kann. Die Rauheit der Spiegelfläche muss dafür kleiner sein als etwa die halbe Wellenlänge des Lichts. Eine rauere weiße Fläche remittiert ebenfalls alles Licht, jedoch wird dieses hierbei ungeordnet in alle Richtungen gestreut.

Das Spiegelbild in einem ebenen Spiegel gibt sowohl Längen als auch Winkel wahrheitsgetreu wieder. Der Spiegel vertauscht allerdings die ihm zugewandte mit der ihm abgewandten Seite. Dadurch wechselt die Händigkeit. Wenn sich der Beobachter in die Lage seines Spiegelbildes versetzen möchte, so erscheint es ihm, als ob rechts und links vertauscht wären – alles erscheint im Wortsinne spiegelbildlich. Es liegt also nahe, die falsche Händigkeit als eine Vertauschung von rechts und links zu interpretieren, was dann zum scheinbaren Widerspruch führt, dass im Gegensatz dazu oben und unten nicht vertauscht wird. Um in diesem Bild zu bleiben, kann man formulieren, dass der Spiegel nicht links und rechts, sondern vielmehr vorn und hinten vertauscht.
Fällt der Blick über zwei Spiegel auf das Objekt, erscheint es wieder mit richtiger Händigkeit. Man kann nur durch Verwendung von zwei Spiegeln sich selbst so betrachten, wie man von anderen gesehen wird.
Die bekanntesten ebenen Spiegel sind die Garderoben- und Badezimmerspiegel im Haushalt. Sie bestehen heute aus einer hinten mit Aluminium beschichteten Glasplatte (Floatglas, weil besonders planparallel). Früher verwendete man Silber. Die Metallschicht ist hinten durch eine Lackschicht vor Oxidation geschützt.

Schminkspiegel, Spiegel im Auto, Seitenspiegel,Rückspiegel,Verkehrsspiegel

Symbolik
Der Spiegel ist ein äußerst zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen der Eitelkeit und der Wollust. Andererseits symbolisiert er auch Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit: Ursprung für die heute noch gebräuchliche Redensart „Jemandem einen Spiegel vorhalten“ bzw. „Spiegelbild der Seele“. In den Augen mancher Christen ist der Spiegel auch ein Attribut Marias, weil sich in ihr gewissermaßen das Ebenbild Gottes, nämlich Jesus, spiegelt.
In antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem – je nach mythologischer Vorstellung – die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. Im Alten Ägypten waren die Worte „Spiegel“ und „Leben“ identisch. Keltinnen wurden aus demselben Grund mit ihrem Spiegel begraben. In der griechischen Mythologie wird Dionysos Seele von den Titanen in einem Spiegel gefangen. Die Reflexion seines Selbstbildes hielt Narziss auf dem Wasser fest. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Reflexion in einem Spiegel verglichen.
In der jüdischen Überlieferung dient der Spiegel zur Erläuterung der überragenden Rolle von Moses als Prophet. Maimonides vergleicht die göttliche Offenbarung mit der Erhellung einer Nacht durch den Blitz. Einigen Propheten wurde nur ein einziges Mal die Gnade eines solch blitzartigen Aufleuchtens gewährt, anderen wiederum des Öfteren, während Moses einer dauernden, ununterbrochenen Erleuchtung teilhaftig war. Die Rabbiner erklären, dass seine Seele die göttliche Botschaft wie von einem klaren Spiegel zurückwarf.
Im Neuen Testament wird der Spiegel von Paulus zum einen in Anknüpfung an die rabbinische Deutung als Bild für die dem Mose allerdings überlegene christliche Gotteserkenntnis benutzt (2 Kor 3,18 EU). Zum anderen dient der Spiegel (der damals als blank geputzte Metallplatte nur dunkel und verschwommen spiegeln konnte) als Bild für die (im Vergleich zur Liebe) unvollkommene irdische Erkenntnis:
„Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.(1 Kor 13,12 EU).“
In vielen Kulturen, so auch in der mitteleuropäischen Sagenwelt, gehören Spiegel und übersinnliche Erkenntnis (Weissagen, Wahrsagen) zusammen. Laut dem Volkskundler Trachtenberg haben noch im Mittelalter jüdische Gelehrte geglaubt, dass Spiegel beim Hineinsehen die Kraft der Augen wiedergeben und sie auf diese Weise stärkten. Gelehrte hätten deshalb während des Schreibens einen Spiegel vor sich hingestellt. Spiegelnde Oberflächen herzustellen hatte auch noch etwas Magisches an sich.
In Klöstern waren Spiegel zum Teil verboten, um die Eitelkeit nicht zu fördern. In der chinesischen Tradition sah man den Spiegel als Verbanner des Bösen, denn wenn das Böse in den Spiegel sieht und seine Missbildung sieht, überkommt es der Schreck. In der sozialen Umgebung bedeutete dies Loyalität und in der geistlichen Sichtweise sah man es als Attribut des weisen Mannes, der seinen Verstand dem Spiegel ähnlich äußert.
In Japan spielte der Spiegel eine herausragende Rolle; er war eine der kaiserlichen Kostbarkeiten neben dem Thron und dem Schwert. Die syntoinische Tradition assoziiert einen achtkantigen Spiegel mit der Symbolik des Elements Metall und des kosmischen Epos’ über die Sonnengöttin Amaterasu. Der Legende nach war es der Spiegel, der sie dazu gebracht hat, aus ihren Versteck herauszukommen und der Welt das Licht zurückzubringen. Der Spiegel, der die Göttin reflektiert und sie erweckt ist damit der Symbol der Welt, des Raums, in dem die Erscheinung entsteht. Der Spiegel wird mit der Zahl “8″ assoziiert und mit dem Symbol des göttlichen Vollendung. Der Spiegel ist ein Mondsymbol, denn er ist wie der Mond eine Reflexion der Erscheinung. Der Spiegel wird mit dem Wasser verglichen und dient dem Wahrsagen und zu magischen Ritualen bei den Völkern von Kongo, Bambara und Asien. In einer Schale mit Wasser oder in einem Spiegel sieht der Wahrsager die Geister. In Altrussland haben junge Frauen auch magische Rituale mit Spiegeln durchgeführt. Und zwar am Heiligabend stellte man einen großen Spiegel gegenüber einem kleineren, dazwischen stand eine Kerze. Dann bat man den Spiegel, seinen zukünftigen Mann zu zeigen und wenn dieser sichtbar wurde, musste man schnell “Gott stehe mir bei” rufen oder der Doppelgänger des Gezeigten würde aus dem Spiegel treten und der Frau viel Übel bringen, die ihn gerufen hat. Im Mittelalter wurde der Spiegel als die Reflexion des Gotteswortes und als Mittel seiner Deutung aufgefasst. Sich Gedanken machen bedeutete, einen Spiegel zu besitzen, der die göttlichen Gesetze widerspiegelt und diese dadurch erkennen zu können. Er ist ein Mittel, Himmelskörper und den Kosmos zu beobachten.

Schneekugel

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Zum 1. Schnee in Würzburg

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Tagesablauf 1 Badezimmer

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Tagesablauf
Jetzt habe ich mir ein Thema ausgesucht, welches mich in den nächsten Wochen beschäftigen wird.
Wo und in welcher Form begegnen uns Steine oder Steinprodukte im Laufe eines Tages ?
Zuerst werde ich mal sammeln. Informationen.
Ziel -  eine kleine Geschichte über einen Menschen in unserer Zeit. Wenn es mir dann möglich ist, werde ich versuchen eine zu spielende Fassung darüber zu schreiben. Also eine schöne Aufgabe.

1.Sicher behütet und geschützt schlafe ich in einem Steinhaus.     ( Dachziegel )

2. Jeden Morgen werde ich pünktlich, zuverlässig von einem nervenden Ton, dem Klang meines Quarzwecker geweckt und aus den schönsten Träumen gerissen. Aber er tut nur seine Pflicht. Er führt nur meinen Wunsch aus. Auch wenn ich ihn ab und zu gegen die (Stein)Wand schmeißen könnte.
Zur Funktion des Quarz- Weckers , und wo die Verbindung zum Stein ist, werde ich noch schreiben. Doch das Wort Quarz spricht ja schon für sich.

3. Irgendwann lässt es sich dann doch nicht mehr hinauszögern und verschieben. Der Tag ruft. Die Mutter, die Frau oder der Gockel Hahn. Aufstehen. Raus aus dem warmen, kuscheligen Bett.
Die Knochen und Muskulatur noch steif. Der Kreislauf noch im Keller. Im Halbschlaf geht es zu  erst ins Badezimmer.

Das Badezimmer ist gekachelt mit Keramik - Fliesen, hergestellt aus Feldspat und Tonmineralien

Unter Keramik versteht man eine Gruppe anorganischer Rohstoffe. Die Bezeichnung Keramik stammt aus dem Altgriechischen. Keramos war die Bezeichnung für Tonmineral und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeugnisse.
Der Begriff Keramik umfasst neben den folgenden Rohstoffen, die für die Herstellung keramischer Produkte verwendet werden, und ihrer Aufbereitung zur eigentlichen Keramik (Tonkeramik, Porzellan, technische Keramik, Glaskeramik, Verbundkeramik) auch die aus Keramiken geformten und gebrannten Gegenstände selbst, die als Bauteile, Gebrauchs- und Ziergegenstände oder Werkzeuge verwendet werden (etwa Töpferei, Sanitärkeramik, Keramikfliesen und anderes).
Die Herstellung von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Das Ausgangsmaterial Ton

Tonminerale entstehen an der Erdoberfläche durch Verwitterung von anderen Mineralen oder Gläsern oder bilden sich neu aus übersättigten Bodenlösungen oder hydrothermalen Wässern. Bei der Diagenese kommt es zu Ordnungsprozessen im Kristallgitter der Tonminerale, die als Maß für die Reife eines Sediments verwendet werden kann.

Tonminerale sind sehr weich (Mohs-Härte 1) und reagieren plastisch auf mechanische Beanspruchung. Sie wandeln sich beim Erhitzen in härtere und festere Minerale um (Keramik).

Aus Tonmineralien in verschiedenen Formen sind auch die  Kanalisationsrohre.

Das Waschbecken und die Toilette.