Gedanken

In den letzten Jahren kamen wie gesagt immer mehr Menschen zu Besuch ins Stein- Reich. Mit vielen hatte ich nette Gespräche. Eine Frage stellten mir fast alle Leute : Hast du keine Angst, dass dir irgendwelche Vandalen mal alles zerstören? Meine Antwort war immer die Gleiche. Hätte ich davor Angst, so würde ich garnicht bauen. Angst lähmt und verhindert oft ein Tun. Mit dieser Einstellung bin ich jedes mal dort angekommen. Ich habe mir zwar nach solchen Fragen oft selber die Frage gestellt, was würde ich tun wenn es wirklich mal so einen Moment geben würde. Da es diese Tatsache nie gab, konnte ich es mir irgendwann mal nicht mehr vorstellen. Ich war mir sicher. Keiner wird es wagen , keiner ist so blöd. Doch es kam dann doch der Moment.
Den Schock habe ich überwunden und die Tat hat mich gedanklich bis heute beschäftigt. Es sind kurze Aussetzer an denen Menschen so etwas tun. In meinem Fall ist zum Glück kein Mensch zu Schaden gekommen. Da haben Personen halt aus Spass und Freude,Langweile, weil da zufällig so viele Steine rumlagen und Türmchen zum Zielwerfen, sich ausgetobt. Wahrscheinlich junge Menschen, für die Stein ein lebloses  Material ist, nichts Besonderes. Ich finde es nach wie vor saublöd und ich ärgere mich,aber ich kann es mir gut vorstellen wie so eine Situation entsteht. Eins kommt aufs andere. Das Gehirn setzt aus.Was dann passiert können wir jeden Tag in der Zeitung lesen. Jeder Krieg ist eine Kettenreaktion von Gewalt und Zerstörung. Hat man mal den Stein ins Rollen gebracht, ist er schwer zu stoppen.
Zerstören ist aggressiv. Wut - Macht- Gedankenlosigkeit.
Zerstört ist etwas sehr schnell - aufbauen dauert viel länger
Aufbauen ist Kraft - Vision - Ruhe - Zukunft
Ich habe mir viele Gedanken über Zerstörung und ihre Folgen gemacht. Doch da soll sich jeder selber seine Gedanken machen. Wo, wann und wer wird zerstört. Was hat das für Auswirkungen auf die Menschen, die Erde,Tiere, Pflanzen,Seelen ?
Aufbauen ist Energie -Zerstören ist kurzsichtig, egoistisch, rücksichtslos

Zerstören ist Moment - Aufbauen ist Zeit -         Zukunft

Ich möchte mich herzlich bei all meinen Stein -Freunden für ihr Mitgefühl  und die tröstenden Worte, bedanken. Für die auf - Mut- ernden Worte. Danke

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5 Antworten zu “Gedanken”

  1. mARTina Jäger sagt:

    das hast du treffend beschrieben… das mit der zerstörung
    und den verwirrten geistern,
    die sich zu solchen destruktiven ausdrucksformen hinreißen lassen
    innerliche ungereihmtheiten,
    verirrtes bewusstsein.

    der moment des zerstörens ist schnell getan
    der aufbau braucht mehr fähigkeiten als die
    geistige, seelische und körperliche gewalt…

  2. Stanislaus Klemm sagt:

    Lieber Peter,
    das, was da zerstört wurde, kannst Du zwar wieder aufbauen, aber es kann nicht “wieder gut gemacht” werden. Dennoch möchte ich Dich für deine kommenden Mühen ein ganz klein wenig beschenken mit einer kleinen Ge-
    schichte, die ich dieser Tage fand. Sie ist eine -wie ich finde- sehr interessante Reflexion über die einfache “Handhabung”, einen Stein in die Hand zu nehmen und ihn wieder abzulegen. Ich glaube, die Geschichte gefällt Dir!

    ICH HABE DAS UNIVERSUM VERÄNDERT

    „Auf dem Pfad liegt ein Stein. Der Pfad ist gesäumt von einer Mauer. Kunstvoll sind Felsbrocken aufeinander, ineinander gebaut. Kein Zement. Keine kleinen Steine. Der Handwerker war ein Künstler. Dieses Handwerk beherrschen heute nur noch wenige Menschen. Wir können Computer bauen. Aber solche Mauern…
    Ich weiß nicht, wie alt sie sind; die ganze Landschaft ist terrassiert und von solchen Mauern gefasst. In der hiesigen Mythologie wurde dieser Ort als besonders fruchtbar erwähnt. Es muss einmal alles grün gewesen sein. Jetzt ist alles grau, sandig, karg. Die einzige Farbe wird vom strahlenden Himmel gespendet, von der gleißenden Sonne und dem blendend weiß gekalkten Pueblo, dem einzigen Gebäude weit und breit. Es ist aus Stein gebaut wie die Mauern.

    Der Stein vor mir mitten im Weg ist klein. Ich hebe ihn auf. Er ist gerade so lang wie mein Zeigefinger und genau so dick. Eckig, nicht rund. Er fasziniert mich nicht wegen der Form, sondern wegen der nahezu symmetrischen Musterung. Über die ganze Länge ist zieht sich eine weiße Gesteinsfaser. Sie ist dunkelgrün eingerahmt. Soll ich ihn mitnehmen?

    Ich lege den Stein auf die Mauer am Wegrand und setze meine Wanderung fort. Da liegt er nun. An einem anderen Ort. Ich habe das Universum verändert. Auch wenn der Stein vom Sturm zurück auf den Pfad geworfen würde, er wird nie mehr derselbe Stein sein. Ich habe ihn berührt. Er hat eine Weltreise gemacht.

    Und ich? Wie oft bin ich schon um die Welt gereist. Ich bin immer in Bewegung und somit viel weniger beständig als dieser Stein. Ich vergehe.

    Dieser Stein? Vielleicht vergeht auch er; in Millionen Jahren. So gesehen ist der Stein ein wesentlicherer Bestandteil des Universums als ich, ein beständigerer. Ihn zu bewegen heißt das Universum verändern. Ja, ich habe die Macht dazu. Vielleicht bin ich mit meinem Geist, mit meiner Mobilität, mit meiner Fähigkeit, dies alles zu überdenken, mächtiger.

    Vielleicht mächtiger; bestimmt nicht beständiger

    Und wer sagt mir, weshalb ich den Stein aufgehoben habe? Woher kam die innere Stimme, die mir gebot, dies zu tun? Wer sagt mir, dass dieser Stein kein Bewusstsein hat? Ist es nicht mein eigener Mangel an Bewusstheit, der mir diese Antworten verwehrt? Wer will beweisen, dass nicht dieser Stein der des Anstoßes war, dass er mich dazu brachte, ihn zu bewegen? Vielleicht wollte er ja auf die Mauer.

    Und wer ist dann der Mächtige von uns beiden?“

    aus: RENE VÖGTLI „Der Weltverbesserer“, Edition Zürich GmbH, Luzern 2003

  3. Stanislaus Klemm sagt:

    Hallo Peter, und noch etwas:
    Für die Osterzeit wünsche ich Dir,
    dass der gewaltige Stein der Enttäuschung von Deiner Seele weggerollt
    werden kann und dass Deine Kräfte wieder neu auferstehen!!!

  4. mARTina Jäger sagt:

    der stanislaus ist der mörtel für die seele,
    die von vielen mauern umgeben ist

    und der peter

    macht schon wieder…

  5. Paul sagt:

    Hallo,

    bei dieser Steinkunst kann man sein Inneres wiederfinden und sich dadurch selber besser kennenlernen .
    Man bekommt durch diese Steinbalance mehr Lebensenergie und verliert den eigenen Frust und schlechte Gedanken verschwinden im nu .
    Von den zerstöhrungen ,darf man sich nicht vom Weg abbringen lassen und konstruiert einfach wieder neue Exemplare .

    Mit besten Grüssen ,Paul !

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