Archiv für Juni 2010

Einblicke ins Steinreich

Freitag, 25. Juni 2010

Einige Details aus dem Steinreich in Theilheim.

Steinkult

Donnerstag, 24. Juni 2010

Steinkult und Steinverehrung (Litholatrie) waren in der Antike weit verbreitet. Möglicherweise galten Steine schon in der Jungsteinzeit als Repräsentanten von Gottheiten und waren somit Kultsteine. In diesem Sinne deuten manche Forscher auch die Obelisken im alten Ägypten.

Verbreitung und Begriffe In der Antike verehrten verschiedene Völker im Mittelmeerraum Steine, besonders in der phönizischen Religion im Rahmen des Ba’al-Kults. Auf Griechisch nannte man diese Steine baitýlia oder baítyloi, lateinisch baetuli; davon ist das deutsche Wort Bätyle abgeleitet (daneben kommen in der deutschsprachigen Literatur auch die Bezeichnungen Bätylien, Baitylien und Betyle vor). Die griechische Bezeichnung ist abgeleitet von aramäisch bet el („Haus Gottes“, vgl. hebräisch Bet-El). Der entsprechende Ausdruck in der punischen Sprache lautet Abaddir.
Das Wort Bätyl ist erstmals im 1. Jahrhundert bei Plinius dem Älteren bezeugt, der in seiner Naturalis historia von schwarzen, runden Steinen berichtet, die als heilig galten und deren (magische) Hilfe man bei der Belagerung von Städten und im Seekrieg in Anspruch nahm; ihr Name sei baetuli. Auch der griechisch schreibende phönizische Gelehrte Herennios Philon (Philon von Byblos) verwendet den Begriff. Er beruft sich auf einen (wahrscheinlich fiktiven) phönizischen Gelehrten namens Sanchuniathon, der vor der Zeit des Trojanischen Krieges gelebt habe. Nach Philons Darstellung gab es “beseelte” Steine (baitýlia), die Uranos erzeugte und in seinem Kampf gegen seinen Sohn Kronos verwendete. Als Vertreter der Religionsdeutung des Euhemerismus, welche die Götter als von den Menschen vergöttlichte Sterbliche auffasst, meinte Philon, dass Uranos und Kronos ursprünglich Sterbliche waren, die später zu Göttern gemacht wurden. Die beseelten Steine konnten sich offenbar nach der Philon vorliegenden Version des Mythos aus eigener Kraft bewegen und so den Gegner Kronos treffen.
Von der Beliebtheit der Bätyle bei den Phöniziern zeugen zahlreiche Münzen der römischen Kaiserzeit, auf denen sie abgebildet sind. Solche Münzen stammen aus den Städten Sidon, Byblos und Tyros.
Manche Bätyle waren Meteoriten. Sie waren entweder den Göttern geweiht oder wurden selbst als göttlich betrachtet. Die Herkunft der Meteoriten „vom Himmel“ war bekannt. Unter den griechischen Göttern war Apollon am engsten mit dem Steinkult verbunden. Auch der Name des Gottes Hermes (griechisch ἕρμα herma: „Felsen“, „Stein“, „Ballast“) deutet auf einen Zusammenhang mit einem Steinkult.
Wie ihre Nachbarvölker kannten auch die Israeliten Steine mit kultischer Bedeutung. So sind Türpfosten (Ex 12,22 EU) mit dem Wort Gottes (Mesusa), Torsteine (1 Kön 7,28 EU), Grenzsteine (Gen 31,52 EU), Grabsteine (Gen 35,14 EU) und unbehauene Altarsteine (Ex 20,25 EU) bekannt. Besonders bedeutsam war der Stein, auf dem Jakob laut Gen 28,11 schlief, als er in einer Traumvision die Jakobsleiter sah. Diesen Stein salbte er am folgenden Morgen und setzte ihn als Gedenkstein. Den Ort nannte er der biblischen Erzählung zufolge Bet-El.
Bezeugt ist Steinkult auch in der minoischen Kultur auf Kreta, wo Kultsteine als Wohnsitze von Gottheiten oder Geistern Verstorbener betrachtet wurden. Auch die Hethiter hatten heilige Steine, die sich in Tempeln oder Heiligtümern befanden und gesalbt wurden. In Zincirli in der Türkei wurde 2008 eine Stele aus dem Stadtstaat Sam’al entdeckt, die aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. stammt und deren Inschrift besagt, dass die Seele des auf ihr abgebildeten Mannes nach seinem Tod in dem Stein wohnte.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Karsten Baldauf

Mittwoch, 23. Juni 2010

Von den Steinen

1. Steine die ultimative Lebensform
a) Was macht Leben aus?
b) Leben Steine?
2. Der Phänotyp Stein
a) Die Steinzeit
b) Der Steinsche Instinkt
3. Die Hypergesellschaft der Steine
4. Resümee

Eigentlich entsprechen sie nicht der herkömmlichen Definition von Leben: Steine. 

Doch sollen sie an dieser Stelle einmal etwas näher betrachtet werden, die Kumpels Granit und Quarz und wie sie alle heißen. Die sicherste Vorgehensweise, um sie den Lebewesen zuzuordnen, ist es, sie zuerst einmal auf Analogien betreffend des bekannten Lebens hin zu untersuchen. Im zweiten Schritt werden dann die phänotypischen Merkmale erläutert. Das dritte Kapitel schließlich wird aufzeigen, dass Steine nicht nur eine ultimative Lebensform sind, sondern auch in einer Hypergesellschaft leben.
1.Steine, die ultimative Lebensform

a) Was macht Leben aus?

Es verändert sich, indem es sich entwickelt. Einher damit geht meist eine Evolution, eine Größenveränderung oder eine Bewegung.
Es betreibt Stoffwechsel, indem es Materie physikalisch transformiert oder gar energetisch umwandelt.
Es vervielfacht sich durch Fortpflanzungsmechanismen und sorgt somit für ein Bestehen der Art über den Tod des Individuums hinaus. 

Wichtig ist die Tatsache, dass Leben nicht als leben interpretiert wird, wenn es nicht alle Argumente erfüllt.
b) Leben Steine?

Steine verändern sich. Natürlich liegen sie meist nur faul herum, und dennoch weis man von Felsen, welche sich an sogenannten Extremtouren beteiligten und z.B. wilde Bäche in Gebirgen stromabwärts bereisen. Doch neben dieser reinen Fortbewegung verändern sich Steine auch äußerlich: Sie erfahren Größenveränderungen. Je älter sie werden, desto kleiner werden sie. Von Abnutzung kann hier jedoch nicht die Rede sein, vielmehr von einem kollektiven Drang zu mehreren auf einem kleinen Raum zusammen zu kommen. Evolutionär gesehen erfahren die Steine auch eine Veränderung. Manche erwachsen aus organischem Material. Freilich dauern solche Vorgänge sehr lange. Doch das stört sie nicht, denn sie leben in der sogenannten Steinzeit, einer speziellen Zeit für Steine. Doch dazu später mehr. 

Steine betreiben Stoffwechsel. Ja, so unglaublich das auch klingt, sie wandeln Materie um. Natürlich geschieht das nicht so, wie es Menschen und Tiere machen. Steine essen nicht in dem Sinne. Sie nehmen vielmehr Wasser über feine Poren auf. In ihrem Inneren verfärben sie sich und bilden Salze oder Kristalle als Ausscheidungen aus. Selbst die Umwandlung in Energieformen erfolgen. Wenn Steine im Winter Wasser halten und dieses gefriert, so geben sie aktiv dem Druck nach und teilen sich. Schnell springen sie auseinander, damit es nicht zu einem Verdauungsproblem kommt. Besonders große Steinekolonien betreiben eine Art kollektiver Verdauung. Das Kollektiv Planet z.B. stößt überschüssige Gase an seine Umgebung aus. Ein Vorgang übrigens, welcher der Geburt von Steinen vorangeht, womit Steine grob den Kloakentieren ähneln. 

Steine pflanzen sich fort. Da die Steine eingeschlechtlich sind mussten sie im Laufe der Evolution zu verschiedenen Mechanismen der Arterhaltung zurück greifen. Zum einen erfolgt die Fortpflanzung durch Teilung. Große Steine zerbrechen oder zerfallen in viele kleine. Hierbei haben sie sich symbiotische Beziehungen zunutze gemacht. Oftmals mit dem Menschen, welcher sie zermahlt und anschließend zu Quadern formt, oder sie kleingehackt in langen Reihen auf der Erdoberfläche verteilt. Die Gegenleistung für diesen Dienst ist offensichtlich: Menschen erhalten Schutz vor Feinden, indem sie sich im Gewirr der Steinjungen verbergen und sie können sich besser orientieren, indem sie den Signalfarben “Schwarzer Teer” oder “Grauer Beton” folgen. Doch neben der mehr oder weniger symbiotisch forcierten Teilung gebähren Steinkollektive, z.B. das oben schon erwähnte Kollektiv Planet flüssige Nachkommen. Um diesen gute Chancen für den Lebensbeginn zu ermöglichen, schleudert das Elternkollektiv die Kleinen Kilometerweit in die Atmosphäre, um sie weit zu verteilen. 

Damit sei bewiesen, dass Steine Lebewesen sind.
2.Der Phänotyp Stein

Steine sind sehr viel älter wie die Menschheit. Sie haben seit Anbeginn des Universums Zeit gehabt sich zu entwickeln. Um die komplizierten Strukturen der steinschen Gesellschaft zu verstehen, müssen einige Besonderheiten der Steine geklärt werden:

a) Die Steinzeit 

Steine leben zyklisch. Sie werden geboren, werden älter und erreichen dann wieder ihren Geburtszustand, indem sie sich teilen und zerfallen. Danach beginnen sie von vorne diese Entwicklung zu durchlaufen. Sie leben also nicht nur vorwärts in der Zeit, sondern auch rückwärts. Dadurch ergeben sich vielfältige Möglichkeiten und Vorteile. Steinen ist es so möglich Zeitreisen zu machen und sich multiple zu entwickeln. Theoretisch haben sie die Möglichkeit sich seit Anbeginn der Zeit unendlich lange entwickelt zu haben, da jeder Zeitsprung vorwärts einen Zeitsprung rückwärts und einen folgenden Sprung in der Zeit nach vorne mit einschließt. Anders ausgedrückt, die Steine erleben die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zugleich. 

Dieser Tatsache folgend mussten die Steine eine ihnen eigene Wahrnehmung entwickelt haben, welche sie logischerweise von Anfang an besaßen. Die Erkenntnis dieser Eigenart hat die Steine deshalb auch nicht überrascht, weil sie von Anfang an wussten, dass sie so waren, wie sie sind und noch werden. 

Das Weltbild der Steine schließlich besitzt ein geschlossenes Geschichtsverständnis, da der Anfang mit dem Ende verknüpft ist und dieses auch genauso eintreten wird. Um deshalb nicht vollends irre zu werden entwickelte sich der Warten Instinkt. Steine warten bis alles vorüber ist. Wahrscheinlich, um dann über das Erlebte ein Buch zu schreiben.
b) Der Steinsche Instinkt

Steine entstanden ursprünglich aus dem Nichts. Sie waren plötzlich. Natürlich verfügten diese Ursteine noch nicht über die den heutigen Steinen eigene Selbsterkenntnis, aber sie handelten schon nach Instinkten. Und einer dieser Instinkte, der Schutz vor Beeinflussung, veranlasste die Steine dazu sich zusammenzuschließen. Doch damit standen sie vor dem Problem des Zusammenhaltes. In der unendlichen weite des Alls, gab es also nur eine Lösung: kleiner werden und mit vielen anderen kleinen Steinen einen großen Stein bilden. Das Kollektiv war geboren. 

Doch noch ein zweiter Instinkt hat die Entwicklung der Steine entscheidend beeinflusst. Der Instinkt Warten bis es vorbei ist. Evolutionär gesehen kann sich diese Eigenart erst spät und aufgrund des Einflusses von Bewusstsein und Steinzeiteffekten herausgebildet haben. Denn allen Steinen ist es gemein, nicht aufzufallen und still an einem Orte liegen bleiben zu können. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die meisten Fressfeinde reagieren auf fliehende Bewegungen und übersehen oftmals gut getarnte Beute. 

Das Kollektiv bietet Gesellschaft und Zuflucht zugleich.
3.Die Hypergesellschaft der Steine

Steinzeiteffekt und Kollektiv bilden in Kombination eine äußerst effektive Gesellschaftsform. Da im vorneherein alles bekannt ist, gibt es keine negativen Einflüsse, wie z.B. Verbrechen an anderen Steinen. Gerade aber, weil alles bekannt ist, greift das Ursache - Wirkungsprinzip. Damit es so ist, wie es war, es ist und sein wird, muss auch alles so geschehen, wie es geschah, geschieht und geschehen wird. Und zwar in allen alternativen Ausprägungen, welche nicht mehr alternativ erscheinen, weil sie vorherbestimmt sind. So leben die Steine also in einer Gesellschaft ohne offensichtliche Geheimnisse. 

Und doch gibt es zwei Tatsachen, welche aus Sicht der Steine nur eine Tatsache ist. Was war vor dem Entstehen der Materie? Was geschah zum Zeitpunkt der Nichtexistenz des Lebens? 

Es darf vermutet werden, dass den Steinen das Nichts bekannt ist, da sie von Anfang an ein Bewusstsein besitzen (werden). Zu Beginn der Zeit haben sie also auch das Ende gesehen und somit die Differenz erkennen können. Die Differenz von Sein und Werden der Philosophie im Wirklichkeitsraum. Und da es tatsächlich eine Differenz gibt, muss das Nichts genau diese Differenz sein. Folglich ist es den Steinen bekannt. Wahrscheinlich verehren sie es einem Schöpfergott gleich als Ursprung ihrer Existenz, sowohl räumlich und zeitlich, als auch unter spirituellen Gesichtspunkten wie Sein und Werden oder Schicksal, das keins ist, da alles so passiert, wie es letztlich sein wird.
4.Resümee

Die Steine sind uns in ihrer Entwicklung um eine Ewigkeit voraus. Vielleicht erscheinen sie deshalb so stumm und ohne Leben, da wir in ihrem Lebenszyklus nur eine Zeiterscheinung sind. Vielleicht nehmen sie uns gar nicht wahr. Dagegen spricht die teilweise symbiotische Lebensweise. Wie auch immer: Steine sind nicht so, wie sie einem auf den ersten Blick erscheinen.
Karsten Baldauf, Lemgrabe, Oktober 2004

Schimpanse plant Angriffe auf Zoobesucher

Dienstag, 22. Juni 2010

Menschen schmissen Steine gegen Panzer und Militärfahrzeuge. Menschen schmeissen Steine auf Tiere und Menschen. In einigen Ländern gibt es heute sogar noch die Todesstrafe durch steinigen. Affe wirft Steine auf Menschen.

So kann man auch Intelligenz beweisen: Ein Affe hat Steine gesammelt und Betongeschosse gebastelt, um sie später auf Zoobesucher zu werfen. Ein Biologe schließt daraus, dass Schimpansen komplex planen können und ein hochentwickeltes Bewusstsein besitzen.

Der Schimpanse aus dem schwedischen Zoo unterhielt mehrere Munitionslager in seinem Freigehege, fischte dafür Steine aus dem Wasser und stellte sogar eigens Wurfgeschosse aus brüchigem Beton her. Der Wissenschaftler Mathias Osvath schließt aus diesen Beobachtungen, dass Schimpansen ein hoch entwickeltes Bewusstsein und eine komplexe Planungsfähigkeit besitzen, die in Laborexperimenten bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Osvath von der Universität in Lund veröffentlicht seine Ergebnisse im Fachmagazin “Current Biology”

Ich hoffe nur, dass Steine Werfen auf Lebewesen nicht als Intelligenzbeweis für Menschen gesehen wird. Die Zeiten als der Mensch noch auf den Steinwurf angewiesen war, sind lange ,lange vorbei. Der Stein kann nichts dafür, das er geworfen wird. Das man ihn zur Waffe macht.Die Waffe kann tötlich sein. Der Panzerfahrer kann darüber nur lachen.