Joachim Ringelnatz
Eine schöne Freude am Strande ist mir das:
mit dem Blick nach unten über die Millionen Steine zu wandern zu steigen, zu kriechen.Und um in ihrer mannigfaltigen Masse Formenwunder und Farbwunder zu entdecken. Um Anregendes, Aufregendes,Seltsames zu finden……
Ich gebe mich spielerisch den Eindrücken hin, die aus dieser stummen Steinwelt zu mir kommen. Und ich will von ihnen nicht bekehrt werden, sondern in ihnen träumen und ahnen.
16. Juli 2010 um 08:23
Lieber Peter,
über das fehlende “n” in seinem Namen hätte sich Ringelnatz köstlich amüsiert.
Übrigens wunderbar seine Ansichten über Steine. Gefällt mir sehr.
Ich fand noch ein schönes Gedicht von ihm über :
Steine am Meeresstrand
Steine schaumumtollt,
Zornig ausgerollt
Über Steine. -
Freiheit, die ich meine,
Gibt es keine.
Stille nun. Entbrandet
Ruht ihr, feucht umsandet,
Unzählbar gesellt,
Von der Zeit geschliffen
Oder kampfentstellt. -
Alle von der Welt
Lange rauh begriffen,
Schweigt ihr. - Ihr begreift die Welt.
Wie ich euch sortiere,
Spielerisch verführt:
Früchte, Götzen, Tiere,
Wie es Phantasie so legt,
Habt ihr in mir aufgerührt,
Was seit Kindheit mich bewegt.
Spitze, trübe, glatte, reine,
Platte, freche, winzig kleine,
Ausgehöhlte, fette Steine,
Plumpe, schiefe, trotzig große -
Ja ihr predigt ernst wie froh,
Meistens simpel, oft apart,
Weit umgrenzte, willenlose
Freiheit. - Predigt ebenso
Fromm wie hart.