Archiv für August 2010

Sprichwörter

Freitag, 27. August 2010

Arbeit macht aus Steinen Brot.

Auf dem Fichtelgebirge wirft der Bauer einen Stein nach der Kuh und der Stein ist mehr wert als die Kuh.

Nach dem Volksglauben soll jeder, auch der gemeinste Feldstein auf dem Fichtelgebirge edle Metalle enthalten. Leider findet sich das Gold nicht in den Steinen, sondern nur im Glauben, in einem reichen Sagenkreise über versunkene Goldschätze.

Da wert de Plog den Stên wohl finden.

Donnerstag, 26. August 2010

Wo Steine sind, da kann der Pflug nicht weiter. Man braucht daher die Redensart um zu sagen: die Sache wird dort ihre Grenze finden. So heißt es in den Stralsunder Aufwandsgesetzen von 1570 in Betreff der Armen: »Da wert de Ploch den Stên wohl finden«, d.i. da wird dem Aufwand schon von selbst seine Grenze werden. Das Sprichwort steht auch in den Spottliedern der stralsunder Priester auf die dortigen lutherischen Prediger vom Jahre 1524. »Nu kann ick hen tho Wismar fort, dort synt de kerlss so sehr verdorth, in wysheit se verblinden; kumpt her stemmer jo darto, de ploch den Steen wohl vindeth. Jm vastel auende togenn iiii grawe monneke den ploch auer de Stadt jnn allen Stratenn.

aug24

Steingedicht von Rowin

Mittwoch, 25. August 2010

Steingedicht

kürzlich traf ich einen Stein

Der stellte mir sein kleines Bein

Ich schlug mir auf mein kleines Knie.

Und erschrak mich wie noch nie!
Hämisch lachte er mich an

Und sagt das er mich leiden kann

Drum stellte er mir auch sein Bein

Für andres wär er viel zu klein
Ob ich ihn mit nach Hause nehme

Denn er fände es bequeme

Wenn er säß in der Vitrine

Neben meiner Hummel-Biene
Während ich noch überlege

Kommt entlang auf meinem Wege

Eine grosse Kehrmaschiene

Duftet schwer nach der Latrine
Und weil so ich am Boden liege

Die Gefahr ich nicht mitkriege

Stein und ich sind fortgekehrt

Niemand da der sich beschwert

Eine kleine Geschichte

Dienstag, 24. August 2010

Von meinem Steinfreund Stanislaus Klemm bekam ich gestern diese Geschichte. Danke
Ich fahre mit meinem Auto in die benachbarte Stadt Saarlouis. Dort wollte ich mir etwas Wichtiges kaufen. Es ist 1 Minute nach 8 Uhr. Ich glaube, ich habe gerade den letzten Parkplatz dieser Stadt belegt. Was für eine Hektik!!! Ich gehe zum meinem Geschäft. „Ach Du lieber Gott…das Geschäft macht erst um 10.00 Uhr auf. Was soll ich so lange machen?“

Ich schlendere ein paar Straßen nach rechts, sehe den Eingang zu einem Park, nein, es ist kein Park, es ist ein sehr alter Friedhof…viele jüdische Gräber…viele Soldatengräber aus dem 1. Weltkrieg…Sehr viele uralte Bäume…wilder Efeu schlängelt sich überall nach oben…Moos nimmt immer mehr Flächen in Besitz…Auf einer alter Marmorplatte kann ich mühsam einen alten lateinischen Spruch entziffern: „Tempora mutantur et nos mutamur in illis“ – ich kenne den Spruch: „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen“, oh ja!

Ich schlendere bis ans Ende dieses friedlichen Gartens. Eine kleine Rasenfläche, eine alte Mauer begrenzt das Grün. Etwa ein Dutzend alte Steinbrocken,  Reste von geborstenen Grabmälern, liegen auf dem Rasen, im Kreis, ein magisches Rund…An einem Stein steht das Zifferblatt einer alten, riesigen Kirchturmuhr, an einer Eiche angelehnt. Überall rosige Stellen, hier und da verschimmelte Stockflecken, das römische Zifferblatt noch erkennbar, etwas Blattgold da und da…
In der Mitte dieser alten Zeitscheibe ein Spruch, in schnellen schwarzen Pinsel-strichen hingemalt, wie in Eile…
Ich lese: „Zeit der Pflanzen – Zeit der Tiere – Zeit der Menschen – Zeit der Steine – Wer die Menschen reden hört, der weiß, dass nur die Steine bleiben.“ ERICH FRIED

Ich verlasse nach zwei Stunden diesen Ort. Die Zeit war stehen geblieben. Als ich vor meinem Geschäft stehe, sage ich mir noch: „Recht hat er, der Erich Fried, ich meine: die Steine…“