Archiv für die Kategorie ‘Steingedanken’

Steingedanken

Samstag, 31. Juli 2010

Aus Flammen geboren,
ließ Kälte mich erstarren.
Seitdem schlummert beides in mir:
Liebe und Gleichgültigkeit,
Leidenschaft und Starre.
Darin sind wir uns ähnlich, Mensch.
Du hast mich geformt, beschnitten, abgefeilt und beschlagen.
Wolltest mich nutzbar machen
und hast mich achtlos weggeworfen.
Bis du kamst, Mensch.
Deine Wärme erweckt mich zum Leben.
Erzähle mir deine Geschichte

Frau Adelmann

Stanislaus Klemm

Freitag, 04. Juni 2010

Kieselsteine
überzogen mit arglosem Metall
das allen gehört und nicht wie das Gold die Menschen
in Besitzlose und Besitzende aufteilt
„Gold der Kinder“
„Schatz der Besitzlosen“
Gold, mit dem man spielen kann
Gold ohne Neid und Gier
Gold, das schlafen lässt
ohne Tresor und ohne Schloss
es lässt der Armut ihren Stolz und
gibt der Zufriedenheit ihren Reiz zurück
schon die Bemühung vergoldet es und
zahlt dem Verzicht wieder einen guten Preis
sein Schimmern und Glänzen lässt tausend Kindheitsträume aufsteigen
auf seinen Flächen huscht das Glücksspiel
geht die Sonne auf
sprühen Wunderkerzen
spiegelt Feuerwerk
Überraschung im Goldpapier

Über die “Balance der Steine“ (oder durch die Grosse Liebe)

Mittwoch, 02. Juni 2010

Vor ein paar Wochen habe ich schon mal Auszüge aus einem Interview mit Ariel Kolly auf meiner Seite gehabt. Mittlerweile haben wir uns geschrieben, und er bat mich ganz nett und höflich doch den gesamten Text zu zeigen. Ich habe nämlich den 2. Teil nicht veröffentlicht und der ist ihm der Wichtigste. Es geht um die grosse Liebe. Ist doch sonnenklar, das ich das gerne mache.
Er hat mir noch ein paar Bilder von seinen Werken mitgeschickt.
Wenn ihr mehr davon sehen wollt, dann hier seine Adresse
www.balance-der-steine.ch

Die häufigsten Fragen die mir bei der Arbeit mit Steinfiguren gestellt werden:

Sind diese Figuren geleimt?
Nein.

Gar nichts?
Ja

Aber…….das geht ja nicht?! Wie halten diese denn?
Jeder Stein hält wieder auf eine andere Art. Manchmal bin ich selber überrascht. Die Kunst liegt darin die Balance zu finden und die kleinsten Reibungspunkte und Widerstände zu finden. Ich nenne es so, wenn der Stein „zieht“ oder manchmal „giebscht“, dann kommt man bald an den Punkt wo er sich von selbst hält. In der Natur gearbeitet sind alle Figuren immer in der eigenen Balance und ohne Hilfsmittel erstellt.

Bearbeiten oder schleifen Sie die Steine?
Auch nicht. Es ist sogar besser wenn raue Stellen vorhanden sind. Auch sind alle Steine in der Struktur so wie ich sie finde. Stets bin ich wieder von neuem fasziniert solche Kopfsteine wie beim Homo sapiens oder bei der Figur Siam und Alien zu finden.

Wie machen Sie das? Oder arbeiten Sie mit Energie?
Mit Konzentration, Geduld, Ruhe, in der eigenen Mitte sein und vor allem mit genügend Zeit und das wichtigste ist Wollen.
Das meiste Gefühl liegt in den Händen. Im Winter habe ich dann gelernt mit den Augen zu spüren.
Zu der Frage mit der Energie, dies kann ich auch nicht erklären. Etwas passiert schon, denn alles ist Energie. Das menschliche Bewusstsein nimmt nur den kleinsten Teil wahr, von dem was sonst noch um uns herum ist. Lesen Sie die Geschichte: Ich habe das Universum verändert bei „Steingeschichten“.

Was bedeutet dies für Sie? Ist das Meditation?
Es ist ein unerwartetes Geschenk, für das ich sehr dankbar bin. Die Arbeit ist etwas wo mein Herz sich hinwendet. Es ist mir eine Freude, die Fantasie lädt zum Spielen ein, Geschichten entstehen und natürlich das Staunen der Zuschauer zu erleben wenn es ihnen gefällt. Während der Balance-Arbeit ist es eine intensive Konzentration, betrachtet man nachher die Figuren in Ruhe, kann eine Meditation entstehen.

Wie entstehen dann die Figuren?
Die erste Priorität hat immer das Suchen geeigneter Steine. Dann folgt das Zusammenstellen am Boden und das Ausprobieren.
Es gibt aber auch Unerwartetes, Zufälliges bei der Erstellung der Figuren. Manchmal sehe ich erst zuhause auf dem Foto was für eine Figur sich darstellt.
Betrachtet man die Figur von der anderen Seite sieht die Wirkung oder Aussagekraft ganz anders aus. Dies ist jeweils ein schönes Symbol für die Dualität im Leben. Für den einen Mensch ist es das, für den anderen Menschen wieder etwas anderes.
Gefällt mir dann eine Figur, wird sie mit Metallstäben fixiert damit sie z.B. in der Wohnung aufgestellt werden kann. Die Wirkung ist schon nachhaltig und sie gibt auch eine grosse Ressource.

Und nach dem Workshop kann ich das?
„Jein“!?! Der Workshop gibt ihnen einen Input sich wieder mal mit der Natur zu beschäftigen und eins mit ihr sein, mit Steinen zu gestalten. Während des Workshops wird jeder Teilnehmer einen Stein auf die Spitze stellen können, was er vorher nicht gedacht hätte. Dies ist ein ganz spezieller Moment an diesem Tag.
Beim Workshop geht es auch darum sich selber auszudrücken, denn in jeder Person ist eine andere Kreativität vorhanden. Eine Figur muss nicht unbedingt schwierig sein. Es geht auch darum, schöne ausgesuchte Steine zusammen zu stellen. Lesen Sie das Workshopblatt oder besser, erfahren Sie sich dabei und schenken Sie sich einen Tag Ruhe mit kreativem Tun. Auch ein besonderes Erlebnis ist es mit dem Partner eine Paarfigur zu gestalten.

Und Entschuldigung, wenn ich fragen darf: Kann man davon leben?
…..um diese Frage kommen Künstler wohl nie herum! Dies hängt immer von den Betrachtern und der Kaufinteressenten für die Figuren, wie meiner davon erstellten Karten ab. Auf jeden Fall bin ich steinreich. Sehen Sie sich die “steinreichen“ Fotos bei den “Steingeschichten“ an.
Meine Grossmutter sagte jeweils: Zufriedenheit macht reich.

Wie sind Sie darauf gekommen?
Durch eine Grosse Liebe zu einer Frau. Zu Zweit an einer Flusslandschaft mit Steinen und Sand. Sie stellte ein paar Steine aufeinander und so liess ich mich inspirieren mitzutun. Ich werde diesen Moment des nebeneinanders nicht vergessen. Es war ein richtiges Glücksgefühl, irgendeine andere energetische Ebene. So hat auch die Liebe zu den Steinen angefangen und seitdem habe ich diese “Balance der Steine” weiterentwickelt.

Dazu kommt mir eine Geschichte in den Sinn. Zwei Frauen unterhalten sich leise hinter mir als ich am See gerade den obersten Stein auf die Figur setzen wollte. „Mit welcher Ruhe er das macht, der hat bestimmt keine Frau“. Das liess sogar meinen Stein in den Händen wackeln. Im Gegenteil, durch eine Frau ist das alles entstanden, wie so vieles im Leben. Ich möchte mich bei Allen, vielen, kleinen und grossen „Bausteinen“ herzlich bedanken, die Inputs und Unterstützung gaben, Wegweiser für mich sind. Danken möchte ich auch für die Grosszügigkeit der Zuschauer, für die interessanten Gespräche wie für die neuen Bekanntschaften und Freunde, die ich dadurch gewonnen habe.
Ich wünsche Allen eine balancereiche Zeit        Ariel Kolly


herz-der-liebe-1 sternenengel balance-der-steine

Stanislaus Klemm

Montag, 31. Mai 2010

So fing es bei mir an
Im Juli 1968 fuhr ich als Betreuer von zehn 11 - jährigen Jungendlichen
zu einer „Ferienmaßnahme“ nach Südtirol. Schönes Wetter, herrliche Berge, was soll man da anderes und spannenderes machen, als kraxeln und wandern. Auf einer solchen Tour am Fuß eines riesigen Geröllfeldes fand ich plötzlich den wunderschönen Kristall eines Rauchquarzes. Ich hatte bis dato noch nie irgendetwas mit Steinen im Sinn. Ich war entzückt und stolz! Die Kinder kamen herbeigelaufen und staunten und staunten und staunten. Seit dieser Stunde war ich bei ihnen als „Rudelführer“ voll akzeptiert. Als wir dann auf dem Rückweg bei einem „Strahler“ (Kristallsammler in den Bergen) vorbeikamen, schenkte der jedem von uns einen Stein, Glimmerschiefer mit wunderschönen blutroten Granaten. Wir waren alle „aus dem Häuschen“.
Apropos: Häuschen. Das zu diesem Berg gehörende Dorf hieß in der Tat „Cadipietra“ (Stein - Haus). Zufall? Jedenfalls: Exakt  seit diesem Tag sammle ich Steine. Das sind jetzt schon 42 Jahre. Da kommt so einiges zusammen.