Gedanken - Spiele

05. März 2010

Da ich mir nicht sicher bin, wie weit die Kommentare gelesen werden, möchte ich heute den Kommentar von Stanislaus Klemm vom 1. März noch einmal auf die Reise zu den Steinfreunden schicken.

Die etwas
“statisch”
ruhenden Goldsteine
regen mich an
zur Bewegung,
zum Spielen.
Ich zähle auf den drei Bildern die Goldsteine:
2 und 6 und 1.
Die einzelnen Zahlen 2, und 6 und 1 regen so viele Assoziationen an.
Ich baue mit den drei Zahlen eine Jahreszahl.
Es entsteht das Jahr „261“.
Wenn Gold eine Metapher für verschwenderischen Reichtum angesehen wird,
dann sagt mir die Jahreszahl 261
zwei Dinge:
Im Jahre „261“ wurde der Römer Titus Crassus zum Konsul gewählt.
Dieser Mann ist bekannt durch seine „Prasserei“.
Ich erinnere mich, dass im Jahr 2006 im Bundestag
„261“ Milliarden Euro ausgegeben wurden,
auch eine Art „Prasserei“.
Ich weiß,
alles nur reine Spielerei.
Aber diese goldenen Steine,
diese Murmeln,
reizen mein kindliches Gemüt immer wieder,
zu spielen.
“Katzengold”,
das Gold der Kinder,
Schatz der Besitzlosen,
das Gold,
mit dem man spielen kann,
ohne zu verlieren.

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Die alte Geschichte von Menschen und Steinen

04. März 2010

Stein, vom altindogermanischen styayate – gerinnen, fest werden, abgeleitet, spielt in der Kulturgeschichte der Menschheit eine bedeutende Rolle. Wegen seiner Härte und Unveränderlichkeit wird Stein häufig mit ewigen und göttlichen Mächten in Verbindung gebracht und als Ausdruck konzentrierter Kraft empfunden. Wie viel Schöpfungskraft dem Stein zugeschrieben wurde, erzählt eine alte Geschichte aus der griechischen Mythologie: Als Zeus einst das Menschengeschlecht durch eine Sintflut vernichten wollte, baute Deukalion, der Sohn des Prometheus, auf Rat seines Vaters einen großen Kasten aus Holz, den er mit dem Lebensnotwendigen belud. Zusammen mit seiner Gemahlin Pyrrha wurde Deukalion neun Tage und Nächte von den Fluten hin- und hergetrieben, bis er schließlich am Parnassos in Boiotien landete. Als Zeus ihm eine Bitte gewährte, wünschte sich Deukalion, neue Menschen erschaffen zu können. Auf die Weisung des Gottes hin warfen Deukalion und Pyrrha Steine hinter sich, aus denen neue Männer und Frauen hervorgingen.
Steine galten als fruchtbarkeitbringend und regenspendend. Als Grabsteine schützten sie die Toten vor feindlichen Mächten und spielen bis heute eine zentrale Rolle im kultischen Leben: von den  Steinkreisen der Megalithkulturen (Stonehenge) bis zum schwarzen Meteoriten in der Ka´aba zu Mekka, der zentralen Kultstätte des Islam. Schon immer spürten Menschen die im Stein verborgene Kraft. Steine sind eine hochverdichtete Form von Energie. Das gilt für Steinkunstwerke in besonderer Weise.

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Steine trocknen

03. März 2010

Im Herbst habe ich einige Eimer Kieselsteine gesammelt. In der kalten Winterzeit habe ich mir dann einen nach dem anderen Eimer vorgenommen. Habe die Steine gewaschen, getrocknet und sortiert. So konnte ich mir jeden Stein noch einmal anschauen und fühlen. Manche Steine wurden dann zu Goldsteinen. Jede Seite wurde zweimal mit Acrylfarbe gestrichen. Jetzt habe ich genug Goldsteine und das Frühjahr kann kommen, damit ich die Goldsteine an verschiedenen Plätzen verbaue. Einen Stein werde ich dabei an jeder Stelle zurücklassen. Ende Juli werde ich dann in einer letzten Aktion die Reststeine an einem Ort verbauen. So auf jeden Fall habe ich es geplant. Wie es sich dann aber wirklich entwickelt, werde ich sehen.
Die Steine, die nicht vergoldet wurden, habe ich mit Alpenkräuter Melkfett sorgfältig eingecremt.
Die duften und leuchten jetzt. Diese Steine verschenke ich dann nach meinen Steinstück. Am Ende der Vorstellung darf sich jede Person einen Stein aussuchen.
Zum Steine trocknen:
Nach dem waschen mit lauwarmen Wasser, lege ich sie immer nass auf die warme Steinplatte auf meinem Ofen. Dabei ist mir folgendes aufgefallen: Die Steine waren sehr schnell auf der Oberfläche trocken. Habe ich die Steine umgedreht, hatten sie alle auf der Unterseite noch einen nassen Fleck. Die Stellen, die auf der warmen Ofenplatte auflagen, wurden als letzte trocken, obwohl sie mit der Wärme den intensivsten Kontakt hatten. Lange Zeit ist mir das gar nicht besonders aufgefallen. In den letzten Tagen habe ich dann besonders darauf geachtet und immer wieder das Gleiche festgestellt.
Es sind oft die kleinen Dinge, die einen zum Nachdenken und Staunen bringen.

Winterschlaf

02. März 2010

Die Steine haben ihren Winterschlaf beendet. Vielleicht werden sie nochmal kurz mit Schnee zugedeckt. Bestimmt bekommen sie noch den ein ein oder anderen Frost ab. Vielleicht sogar noch einen kleinen Frostriss.Aber ich denke mal, bei uns hier in der Gegend haben sie die kälteste Jahreszeit überstanden. Gestern wurden sie sogar von einem kräftigen Sturm wachgerüttelt. Neben ihnen wachsen die ersten Pflanzen mit Blüten aus der Erde.Die Sonne wird intensiver und lässt sich länger blicken. Die Steine geniessen ihre Wärme. Sie kommen aus der Wärme,sie lieben die Wärme und fühlen sich warm gut an. Sie teilen ihre Wärme gerne. Im Winter lässt man sie doch lieber liegen. Manchmal klammern sie sich sogar richtig an der Erde fest. Ich habe es oft genug erlebt. Ich lass ihnen ihre Winterruhe und geniesse die Steine, die bei mir in der Wohnung überwintern. Einige bestimmt das letzte mal, den einigen werde ich wieder ihre Freiheit zurückgeben. Dafür überwintert im nächsten Winter der ein oder andere Stein.
Steine loslassen, wenn man sie einmal hat, fällt sehr schwer.
Aus dem Himalaya Gebirge habe ich mir vor einigen Jahren auch Steine mitgebracht. Vom Gipfel der Welt. Besondere Steine. Seitdem liegen sie hinter Glas. Die ganz Besonderen. Wie oft schaue ich sie mir wirklich an. Wie oft habe ich sie noch in der Hand? Wie geht es Ihnen an diesem Ort.? Sie leben in einem geschützten Glashaus. Keine Frost, kein Schnee, keine Sonne, kein Wind-wie lange haben sie schon kein Wasser mehr gespürt?
Ich werde darüber nachdenken.  Werde versuchen mit den Steinen, meinen Mitbewohnern,                 das      Los   -    lassen     zu  üben.