Walter Ludi

Steine am Meeresstrand

Steine schaumumtollt,
Zornig ausgerollt
Ueber Steine. –
Freiheit, die ich meine,
Gibt es keine.
Strand
Stille nun. Entbrandet
Ruht ihr, feucht umsandet,
Unzaehlbar gesellt,
Von der Zeit geschliffen
Oder kampfentstellt. –
Alle von der Welt
Lange rauh begriffen,
Schweigt ihr. – Ihr begreift die Welt.

Wie ich euch sortiere,
Spielerisch verfuehrt:
Fruechte, Goetzen, Tiere,
Wie es Phantasie so legt,
Habt ihr in mir aufgeruehrt,
Was seit Kindheit mich bewegt.

Spitze, truebe, glatte, reine,
Platte, freche, winzig kleine,
Ausgehoehlte, fette Steine,
Plumpe, schiefe, trotzig grosse –

Ja ihr predigt ernst wie froh,
Meistens simpel, oft apart,
Weit umgrenzte, willenlose
Freiheit. – Predigt ebenso
Fromm wie hart.

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