Geschichte aus meiner frühen Schulzeit

Es ist schon erstaunlich was wir so alles auf unserer  Gehirn – Festplatte speichern und dann Jahrzehnte in irgend einem Ordner ablegen. So kam ich gestern bei meiner Morgenmeditation zu einer lang vergessenen Geschichte aus meiner frühen Schulzeit. Eigentlich sollte man sich beim Meditieren ja von Gedanken lösen, sie ziehen lassen wie Wolken, den Geist zur Ruhe bringen. Da ich jedoch kein Meditationskünstler bin, gelingt mir dieses Vorhaben sehr selten. Aber das ist auch so in Ordnung und manchmal auch echt gut. Nur durch diese Freiheit kam ich zu dieser Geschichte.
Ein Junge,nennen wir ihn Michael, wurde sowohl von seinen Mitschülern wie auch von seinen Spielkameraden verspottet und geärgert. Alle machten sich über ihn lustig und je nach Lust und Laune wurde er von den anderen Kindern immer wieder geschlagen. Er traute sich nicht sich zu wehren und so konnte jeder mit ihm machen was er wollte. Man kann sich ja vorstellen, dass der Bub nicht besonders glücklich war. Er war sehr oft traurig,einsam und es war keine Seltenheit , dass er irgendwelche blaue Flecken, Schürfwunden oder sonstige Verletzungen hatte.
Eines Tages, nach einer Tracht Prügel, ging er heulend durch den Stadtpark nach Hause. Da kam er an einem alten Mann vorbei der auf einer Parkbank Zeitung las. Der Alte sah den Jungen, sprach ihn an, kam mit ihm ins Gespräch,der Junge taute auf, vertraute ihm und erzählte seine Leidens –  Geschichte.
Der Alte überlegte nicht lange und bot ihm Hilfe an. Er hatte  urplötzlich einen kleinen,blanken,schwarzen Kieselstein in der Hand. Keine Ahnung wo er den so schnell herbrachte. Es gibt Menschen die haben immer einen Stein in der Tasche. Und das kann ich bestätigen. Er erzählte Michael, dass der Stein ein Zauberstein ist. Der Stein hat magische Kräfte und viel Energie. Er solle den Stein, falls ihn wieder jemand angreift oder schlagen will, in seine Hand nehmen, ihn fest umschlingen und sich wehren.
So tat es der Junge auch. Als die andere Jungen ihn wieder schlagen wollten nahm er seinen Stein in die Hand, glaubte an die Kraft und schlug zurück. Die Wirkung war erstaunlich.Die anderen waren von der Reaktion so überrascht und geschockt, dass sie ihn in Ruhe liessen. Dieses neuartige Verhalten verbreitete sich ruck zuck wie ein Steppenbrand und keiner griff ihn mehr an. Der Junge hatte seinen Zauberstein immer dabei. Doch nach kürzester Zeit brauchte er ihn überhaupt nicht mehr.
Eines Tages traf er den Alten wieder und erzählte seine Erfolgsgeschichte. Der Alte freute sich und Michael wollte ihm seinen Zauberstein zurückgeben. Da erzählte ihm der Alte, dass es kein Zauberstein sei, sondern nur ein einfacher Kiesel wie sie überall herumliegen. Die Kraft kam nicht vom Stein sondern nur von Ihm. Der Junge war natürlich sehr erstaunt und verwundert über seine Kraft und seinen Mut…………….
So habe ich die Geschichte in Erinnerung. Sie kann natürlich auch etwas anders gewesen sein. Aber das ist hängen geblieben. Es ist eine Steingeschichte. Ich will mit dieser Geschichte nicht zum schlagen auffordern. Im Gegenteil. Gewalt ist fast nie eine Lösung. In dieser Geschichte  hat ein bisschen Gewalt dem Michael jedoch geholfen. Doch ich glaube, dass jeder von uns mal so einen Zauberstein gebraucht hat oder brauchen könnte. In Jedem steckt mehr als man selber oft glaubt. Man muss nur den Mut haben es auch zu tun und zu leben und dazu  können so kleine Zaubersteine manchmal helfen.

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