Die wandernden Steine

Ostergeschichte
Die wandernden Steine
Habe heute eine mail bekommen, in der mich jemand fragte, wie die Steine zur Erdoberfläche kommen. Dazu möchte ich diese kleine Geschichte erzählen.
Vor vielen, vielen tausenden von Jahren, als die Menschen noch kein Eisen ,Glas und Plastik kannten, müssten sie mit den Dingen auskommen, die sie in der Natur fanden. Der Mensch hatte gerade das Feuer für sich entdeckt. Er sammelte Steine um Feuerstellen zu erstellen. So wie wir es heue auch noch beim Lagerfeuer machen. Die ersten Menschen machten sich Arbeitsgeräte und Waffen aus Steinen. Der Stein wurde immer häufiger genutzt. Kinder bauten kleine Steintürme und spielten mit kleinen Steinen die verschiedenartigsten Spiele. Der Stein wurde als Wurfgeschoss bei der Jagt eingesetzt. Der Mensch war auf den Stein angewiesen und er schätzte die Steine. Er lebte mit und im Schutz von Steinen. Der Mensch hatte Respekt und Achtung vor den Steinen. Zu dieser Zeit gab es überall auf der Welt auch Steinflüsterer. Sie gingen auf Wanderschaften und hatten nur eine Aufgabe, sie sollten sich bei den Steinen bedanken und ihnen Geschichten erzählen. Da sie bei dieser Aufgabe nicht andere Wesen stören wollten flüsterten sie nur. Veile Steine können wir ja sehen und manche ragen bis in den Himmel, aber ein Großteil der Steine lebt in der Erde. Manche so tief in der dunklen Erde, das sie noch nie einen Lichtstrahl gesehen haben. Aber auch diese Steine konnten die Geschichten der Steinflüsterer hören. Geschichten von der Sonne.Von Luft und Meer. Von den Planzen und Tieren.Tausende von wunderschönen Geschichten.Jeder Steinflüsterer hatte so seine eigene Art und Poesie. Da kann man sich ja vorstellen wie die Steine gelauscht und gehorcht haben. Sie kannten ja nur die Dunkelheit, die Enge und den Druck von oben. Viele Steine aus dem Erdinneren fingen an zu träumen. Träume von dieser wunderbaren,lebendigen Welt. Bei einigen Steinen wurde der Wunsch und das Verlangen, diese Welt zu sehen und zu erleben immer grösser. Sie hielten es nicht mehr in der Erde aus. Sie wollten nach oben. Ans Licht. Tausende von Steinen, überall auf dem Erdball machten sich auf den Weg nach oben. Wie jeder weis, sind Steine sehr sehr langsam. Viel viel langsamer als Schnecken. Man braucht mehr als ein Menschenleben um sie wandern zu sehen. Aber sie bewegen sich. Es soll sogar Menschen geben die diese Bewegung sehen können. Ich wundere mich manchmal nur, wo ich Steine finde, die wo ganz anderes herkommen. Da sich die Steine aus unterschiedlichsten Tiefen aufmachten,und unterschiedliche Hindernisse überwinden mussten, kamen und kommen sie zu den verschiedensten Zeiten an die Erdoberfläche. Täglich erreichen Steine, die sich vor langer zeit auf den Weg machten die Erdoberfläche.Bauern können ein Lied darüber singen. Immer wieder tauchen neue Steine auf den Feldern auf.Manchmal bricht ein Stein auch durch die Strassendecke, oder taucht sonst wo auf. Wenn wir sehr aufmerksam durch die Welt gehen kann jeder das selber beobachten. Ich habe dies alte Tradition wieder aufgenommen und erzähle den Steinen meine Geschichten, treffe dabei Steine aus anderen Zeiten und lass mir von Ihnen Geschichten erzählen.
Es gab sogar Steinflüsterer, die konnten so gut Geschichten erzählen das die Steine es nicht mehr aushielten, durchdrehten, sich zusammentaten und mit Feuer und Gas aus der Erde geschossen kamen. auch das kann man heute ja ab und zu bei Vulkanausbrüchen erleben. Da es heute aber nicht mehr so viele und vor allem so gute Steinflüsterer mehr gibt, kommt es nur noch selten zu solchen Spontanausbrüchen.
Dies begnadeten Steinflüsterer waren bei den Steinen natürlich wesentlich beliebter, als bei den Menschen. Vielleicht ist da auch der grund warum es so wenig mehr von Ihnen gibt. Wandernde Steine gibt es aber zum Glück oder Pech, noch genug.

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