Labyrinthbetrachtungen

Text aus “Labyrinth – Lebensweg“ Labyrinthkongress in Dresden
Im Labyrinth kannst Du dich nicht verlaufen. Du hast die Mitte immer vor Augen. Im Schreiten durchmisst Du den ganzen Raum, erlebst wie Du Dich der Mitte immer wieder annäherst und Dich von ihr entfernst. Das ist der Rhythmus Deines Lebens. Wie Einatmen und Ausatmen. Das Labyrinth fragt Dich nicht: Gehst Du falsch oder richtig? Es fragt Dich: Gehst Du? Im Labyrinth kannst Du nicht verloren gehen. Bleib auf dem Weg und Du wirst die Mitte finden.
Im Labyrinth führt ein langer Weg hin und her pendelnd auf “Umwegen” zur Mitte und von dort zum Ausgangspunkt zurück. Dieser Weg wirkt entschleunigend. Er verlockt, alles immer wieder von verschiedenen Seiten zu betrachten, den Standpunkt zu verschieben, die Blickrichtung zu wechseln. Die Sehgewohnheiten zu ändern, kann dazu führen, die Theorien (theorein = sehen) zu ändern und damit unsere Beziehung zur Welt.
Das Labyrinthals ein offener Raum mit einer Struktur des Wachstums kennt keine Hierachien. Sein Weg verbindet, innen und außen, links und rechts, oben und unten. Er fügt Gegensätzliches zusammen und erinnert, dass erst die Integation und Vernetzung aller Ebenen ein leben in Fülle ermöglicht.

Text aus “Mein Weg zur Mitte“,im Labyrinth des Lebens

Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht den Minotauros
Im Labyrinth begegnet man sich selbst.

Seit Jahrtausenden sind die Menschen vom Sinnbild des Labyrinths fasziniert.Labyrinthe finden sich in fast allen Kulturen der Menschheit. Das Labyrinth ist ein Spiegelraum der Selbstbegegnung.Der Weg durch das Labyrinth und aus ihm wieder heraus wird als Erlösungsweg, als Heilsweg verstanden, der letztlich zu unserem wahren Selbst führt, wenn wir den Mut aufbringen, unsere eigenen verschlungenen Lebenswege weiterzugehen und nicht aufzugeben.Darin liegt der Schlüssel: Der Weg ins Labyrinth ist zugleich der Weg, der uns daraus erlöst. Der Weg, der uns nach innen führt, führt uns zugleich auch wieder nach außen, zurück in unsere eigene Wirklichkeit, in unsere Lebenssituation.

Deshalb ist dieser Weg, auch wenn wir das oft glauben, kein Irrweg. Gerade dieser Weg ist unsere persönliche Lebensaufgabe. Die mittelalterlich – christlichen Labyrinthe zeigen diese Symbolhaftigkeit ganz deutlich: Es gibt keine Sackgassen, keine Wahlmöglichkeiten, keine Irrwege. Es gibt nur einen Weg für dieses Leben, in das wir hineingestellt sind, und nur eine Entscheidung, die wir zu treffen haben, den Weg unserer Lebenserfahrung selbst zu gehen und anzunehmen oder zu verweigern.

Symbole werden lebendig und erschließen sich, wenn man ihnen begegnet.
“Der Weg ist das Ziel” – Wenn wir das für unser Leben erkannt haben, gewinnen wir die Ruhe und die Kraft, die aus unserem Inneren, aus unserer Mitte strömt und uns den Lebensmut gibt, nicht aufzugeben, sondern den Weg weiterzugehen.

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