Archiv für Juni 2008

Hühnergötter

Donnerstag, 26. Juni 2008

Hühnergötter
„Hühnergötter“ (auch „Hühnerhimmel“ oder „Hühnerglück“, altdeutsch: „Hascherlit“ genannt), sind „Steine mit einem natürlich entstandenen, durchgehenden Loch“ (Wikipedia). Meistens sind es an den Stränden der Nord – und Ostsee oder in eiszeitlichen Geröllen im Binnenland zu findende „Feuersteinknollen mit herausge-witterten Kreideeinlagerungen“. Diese mit Bewunderung empfundenen, seltenen Naturwunder wurden immer schon von den Menschen, die sie fanden, als eine Art Glücksbringer gesehen (eine Art Amulett). Der Begriff „Hühnergott“, so sagen die einen, ginge auf die 1966 erschienene Übersetzung der gleichnamigen 1963 verfassten Novelle von Jewgeni Jewtuschenko durch Thomas Reschke zurück. Im Russischen heißt es: „kuriny bog“ = („Hühnergott“). Dabei handelt es sich um die „Kikimora“, eine zum Poltergeist umgewidmete alte slawischen Gottheit. „Ihr wird unter anderem nachgesagt, dass sie Fäden spinnt, poltert, demjenigen, der sie sieht, Unglück bringt – und das Hausgeflügel stiehlt oder es am Eierlegen hindert. Um den bösen Einfluss abzuwehren, muss man den abgeschlagenen Hals eines Kruges oder aber einen Stein mit einem natürlichen Loch bei den Ställen aufhängen“ (Wikipedia). Im slawischen Sprachraum bezeichnet man damit nicht nur diese „Lochsteine“, sondern „auch andere gebrauchte und zerschlagene Gegenstände, etwa alte Gefäße ohne Boden oder abgetragene Bastschuhe.“(Wikipedia). „Es gibt inzwischen aber mehrere Nachweise, dass der Begriff Hühnergott im Deutschen schon längere Zeit existiert. Der älteste bisher bekannte Nachweis entstammt, wie Freunde Reschkes auf dessen Bitte hin ermittelt haben, dem 1927 bei de Gruyter in deutscher Sprache erschienenen Buch von D. Zelenin zur ostslawischen Volkskunde“ (Wikipedia). „Der Begriff fand 1975 Eingang in den DDR-Duden, wurde aber im nach 1990 vereinigten Duden wieder getilgt. Die im Jahr 2000 erschienene 22. Auflage des Bandes „Die deutsche Rechtschreibung“ verzeichnet ihn jedoch wieder. Man hing diese „Glücksbringer“ in Pferdeställen und vor allen Dingen in Hühnerställen auf oder legte sie unter die Hühnernester, damit sie das Eierlegen begünstigen mögen. Daher wohl „Hühnergötter“. Der bereits erwähnte Jewtuschenko schreibt in seiner Erzählung: „Mir scheint, ein bisschen glaubt jeder an solche Glücksbringer: Die einen mit kindlich vertrauensseliger Offenheit. Die anderen heimlich, mit mürrischer Verbissenheit. Ich glaube heimlich daran.“ (zitiert von Mieste Hotopp – Riecke, Nida, Kurische Nehrung /Litauen)
Viele Mythen und Geschichten verbergen sich hinter den „Steinen mit Loch“. Gerhard Priewe und Fotograf Jürgen Bummert beschreiben sie in ihrem Buch „Hühnergötter – Glückssteine vom Strand“, das im Hinstorff Verlag erschienen ist.

Steingedanken 48

Donnerstag, 26. Juni 2008

“ Lebacher Eier “
Ton-Eisen-Septarien (“ Einschlüsse “ )

Es sind ursprünglich knollenartige, durch immer größer werdenden Ge-birgsdruck flachgedrückte, diskusförmige Gebilde aus Ton – Eisen, die sich um ein fossiles Überbleibsel (Pflanzen- Tier-Reste) herum gebildet haben.
Die Entstehung stellt man sich in einem seichten Meer mit großem Schlammabsatz vor. Es sinken abgestorbene Pflanzenteile, tote Fische und vor allen Dingen Fischkot in den Meeresschlamm ab. Die beginnende Verwesung erzeugt in einem komplizierten chemischen Vorgang eine Anreicherung von eisenhaltigen Substanzen um den verwesenden Körper. Es bilden sich Klumpen aus eisenhaltigem Ton.
In den folgenden Zeitperioden wird das Flachmeer mit anderen Erdschichten überdeckt (Sand/ Wüste) und ausgetrocknet.
Die in dem ehemaligen Meeresschlamm entstandenen, dann durch Erddruck flach gedrückten Knollen (Diskusform) findet man in den sogenannten „Lebacher Schichten“ (Saarland) , die heute den früheren Meeresboden darstellen. Die Knollen sind deshalb auch als „Lebacher Eier“ bekannt.
Die Entstehung wird in der PERM-Zeit datiert, das ist also vor ca. 255 Millionen Jahren. Im frühen 19. Jahrhundert wurden diese Knollen als Eisenerz („Siderit“) von der in damaliger Zeit im Aufschwung begriffenen Stahlindustrie zur Eisengewinnung vorwiegend über Tage abgebaut. In ihrem Innern ist also immer ein Einschluss, meistens durch Koprolithen (Fischkot) verursacht, vorhanden, der zur eigentlichen Bildung der Septarie (Einschluss) geführt hat. Der Einschluss ist aber nicht immer sichtbar. Er kann dann als papierdünne Schicht als Fisch- oder Pflanzenabdruck vorhanden sein. Festere und dickere Einschlüsse wie Fischkot oder Kerne haben sich sichtbar besser erhalten. Das Innere der Septarie ist dann in den meisten Fällen von Schrumpfrissen durchzogen, die oft mit Mineralien ausgefüllt sind. Der Einschluss ist meistens mineralisiert.
Das vorliegende „Lebacher Ei“ (geschlossenes und geöffnetes Exemplar Fotos) wurde am 09.08.2003 am Kloppbruchweiher in Otzenhausen / Saar von Stanislaus Klemm gefunden. (Dieser Weiher ist ein mit Regenwasser ausgefüllter alter Tagebaukessel).
Ein in der Natur gelungenes Experiment: Schrumpfrisse sind kein „Weniger“, sondern ein „Mehr“, die Grundlage für eine Bereicherung

Stanislaus Klemm

Ein Lebacher Ei und Ein Schitt durch einLebacher Ei. Ein Geschenk von Stanislaus Klemm.

Steingedanken 47

Freitag, 20. Juni 2008

Steine!
Steine sind für mich etwas Wunderbares. Jeder Stein ist einmalig, etwas Besonders und sehr alt. Jeder Stein hat seine Geschichte, die ich nicht kenne, aber achte. Jeder Stein ist eine Welt für sich.
Da ich schwerstbehindert bin, kann ich nicht mehr in die Welt hinaus, über die Steine kommt sie zu mir. Freunde und Bekannte bringen mir auf Wunsch aus ihrem jeweiligen Urlaubsort einen kleinen Stein mit. Anfangs wertete ich die Steine nach Entfernung, z.B. Kapverdische Inseln, oder Schönheit, z.B. aus einem Zengarten in Japan. Steine vom Inn galten mir als weniger „wertvoll“. Später merkte ich, dass jeder Stein gleich ist. Ein lieber Mensch hat an mich gedacht, sich für mich gebückt, den Stein aufgehoben und mir überbracht. Ich habe Freude. Lasse ich mich auf einen Stein ein, so merke ich im meditativen Schauen, dass jeder Stein schön ist, etwas Besonderes, etwas Einmaliges. So erziehen mich die Steine, einem Gegenstand oder Lebewesen offen und ohne eigene Wertung zu begegnen. Steine können über Meditation auch geistige Nahrung sein. Aus Steinen wurde im Laufe der Zeiten Erde, die uns materielle Nahrung gibt.
Steine sind ein Teil der Schöpfung.
Elisabeth Gerth

Steingedanken 46

Mittwoch, 18. Juni 2008

Hallo Peter,
lange hat es gedauert aber ich habe oft an dich und deine Arbeit gedacht.
Gerne würde ich dein Labyrinth mal begehen und spüren.
Du hast mich gebeten dir Steingedanken zukommen zu lassen.
Ich habe da sehr viele Gedanken dazu.
Seit 24 Jahren begleiten mich die Steine und somit durfte ich schon ganz verrückte Dinge mit ihnen erleben.

Der erste Gedanke

Wir sind dauernd umgeben von Steinen
Wir gehen auf ihnen – Sie tragen uns, Tag für Tag
Wir bauen Mauern aus ihnen – Sie schützen uns, Tag für Tag
Wir lassen die einfachen links liegen – dabei sprechen sie zu uns, ganz leise und sanft – Tag für Tag
Wir sollten ihre Sprache lernen – denn sie können uns vieles lehren – Tag für Tag

Von Lydia der Steinefrau

Ein Gedanke dem ich mich voll anschließe, schrieb Renate Sperling die Buchautorin:

Alles ist Energie. Alles ist Schwingung. Alles ist Ton.
Edelsteine sind Energiefelder, sind schwingender Ton.

Mein kürzester Satz dazu ist:

Der harte Stein lehrte mich Sanftmut und Gelassenheit

Die Reise zu mir selbst begann mit dem ersten Stein !

Das ist der kürzeste aber auch prägnanteste Gedanke von mir dazu

Ein schönen Gedanken hatte auch Aldous Huxley

In der Stille schlummert mögliche Weisheit und Klugheit, so wie die Skulptur in dem noch unbehauenen Marmorblock