Steingedanken 48

“ Lebacher Eier “
Ton-Eisen-Septarien (“ Einschlüsse “ )

Es sind ursprünglich knollenartige, durch immer größer werdenden Ge-birgsdruck flachgedrückte, diskusförmige Gebilde aus Ton – Eisen, die sich um ein fossiles Überbleibsel (Pflanzen- Tier-Reste) herum gebildet haben.
Die Entstehung stellt man sich in einem seichten Meer mit großem Schlammabsatz vor. Es sinken abgestorbene Pflanzenteile, tote Fische und vor allen Dingen Fischkot in den Meeresschlamm ab. Die beginnende Verwesung erzeugt in einem komplizierten chemischen Vorgang eine Anreicherung von eisenhaltigen Substanzen um den verwesenden Körper. Es bilden sich Klumpen aus eisenhaltigem Ton.
In den folgenden Zeitperioden wird das Flachmeer mit anderen Erdschichten überdeckt (Sand/ Wüste) und ausgetrocknet.
Die in dem ehemaligen Meeresschlamm entstandenen, dann durch Erddruck flach gedrückten Knollen (Diskusform) findet man in den sogenannten „Lebacher Schichten“ (Saarland) , die heute den früheren Meeresboden darstellen. Die Knollen sind deshalb auch als „Lebacher Eier“ bekannt.
Die Entstehung wird in der PERM-Zeit datiert, das ist also vor ca. 255 Millionen Jahren. Im frühen 19. Jahrhundert wurden diese Knollen als Eisenerz („Siderit“) von der in damaliger Zeit im Aufschwung begriffenen Stahlindustrie zur Eisengewinnung vorwiegend über Tage abgebaut. In ihrem Innern ist also immer ein Einschluss, meistens durch Koprolithen (Fischkot) verursacht, vorhanden, der zur eigentlichen Bildung der Septarie (Einschluss) geführt hat. Der Einschluss ist aber nicht immer sichtbar. Er kann dann als papierdünne Schicht als Fisch- oder Pflanzenabdruck vorhanden sein. Festere und dickere Einschlüsse wie Fischkot oder Kerne haben sich sichtbar besser erhalten. Das Innere der Septarie ist dann in den meisten Fällen von Schrumpfrissen durchzogen, die oft mit Mineralien ausgefüllt sind. Der Einschluss ist meistens mineralisiert.
Das vorliegende „Lebacher Ei“ (geschlossenes und geöffnetes Exemplar Fotos) wurde am 09.08.2003 am Kloppbruchweiher in Otzenhausen / Saar von Stanislaus Klemm gefunden. (Dieser Weiher ist ein mit Regenwasser ausgefüllter alter Tagebaukessel).
Ein in der Natur gelungenes Experiment: Schrumpfrisse sind kein „Weniger“, sondern ein „Mehr“, die Grundlage für eine Bereicherung

Stanislaus Klemm

Ein Lebacher Ei und Ein Schitt durch einLebacher Ei. Ein Geschenk von Stanislaus Klemm.

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