Archiv für Januar 2009

Rainer Marie Rilke

Freitag, 30. Januar 2009

aus „Dichtungen des Michelangelo“,
übertragen von Rainer Marie Rilke

So wie drei Stile in der Feder sind
und in der Tinte, so wie sich im Steine
das reiche Bild verbirgt und das gemeine,
ganz, wie es unser Geist daraus gewinnt,

so schliesst vielleicht das Herz in deiner Brust,
soviel drin Stolz ist, doch das schlicht gemachte
Gefühlskleid ein, das liebe, weiche, sachte,
hab ich`s auch draus noch nicht zu ziehn gewusst.

Aus Tieren, Kräutern, Worten, Steinen brächen
Heilkräfte gerne aus; sie würden alle
beschwörend reden, wenn sie wie wir sprächen.

Vielleicht, dass alle Kraft und was mich heilte,
in dir verheimlicht ist in meinem Falle.
…..

Sonntag, 18. Januar 2009

Nicht alle Steine können wir fortschaffen,
nicht alle Widrigkeiten aus dem Weg räumen,
aber vieles können wir
mit unserer Liebe erträglicher machen.

Kieselstein Fortsetzung

Donnerstag, 15. Januar 2009

Während der Flußtransport die Steine glättet, finden sich an Kieselsteinen, die von einem Gletscher transportiert wurden, geradlinige Ritzungen. Diese Gesteinstrümmer nennt man deshalb “geritztes Geschiebe”. Steine , die durch Windkraft und wehenden Sand geschmirgelte Kanten erhalten, heißen “Windkanter”.
Bestehen Kieselsteine überwiegend aus Quarz, sehensie gewöhnlich milchig – weiß aus. Verschiedene Mineralbeimengungen lassen dann alle Farbtönungen zu. Bei marmorierten Kieselsteinen mit weißem Fugenmaterial haben kalkige oder kieselsaure Bindemittel die Gesteinstrümmer verschiedener Herkunft buchstäblich zusammengekittet, bevor der Schleifpozeß begann. Solche Steine nennt man daher auch das “gequälte” Gestein.
Je nach Quarzanteil fühlen sich die Kieselsteine mehr oder weniger kühl an. Im Sommer ist es ein sehr schönes Gefühl, einen kühlenden Kieselstein an seine Schläfen zu halten. Schlägt man Kieselsteine aneinander, so hört man einen unverwechselbaren hellen Klang.
Stanislaus Klemm

Kieselstein

Mittwoch, 14. Januar 2009

Kieselstein
Beschäftige mich im Augenblick viel mit dem Kieselstein , seiner Herkunft, seinen Besonderheiten und seiner Entstehung. Jeder hatte schon einmal einen Kieselstein in der Hand.Jeder kennt den Kieselstein. Daher habe ich den Kieselstein, stellvertretend für alle anderen Gesteine, ausgewählt,um mich an ein Theaterstück über das Leben der Steine zu wagen. Da bin ich natürlich über jeden Impuls dankbar. Werde mich in den nächsten Tagen vor allem mit dem Kiesel beschäftigen. Hoffe das ich seine Energie und seine Kraft so erleben darf und kann,dass meine Fantasieströme ins fliessen kommen. Im Frühjahr (April 09 ) will ich es dann aufführen. Vorführen, zeigen, spielen.

Der Kieselstein lässt sich leicht am Meeresstrand, in Flussbetten, in Kiesgruben , in Gletschermoränen,aber auch vereinzelt auf Wegen und Feldern finden. Es sind jene handlichen, abgerundeten Steine, “ Kieselsteine “ genannt. Da ihr Grundbestandteil in der Regel ganz oder zum grossen Teil aus Quarz besteht, das heißt aus gefestigter Kieselsäure ( Siliziumdioxid “, werden sie in der Umgangssprache mit dem Sammelnamen “ Kiesel “ bezeichnet.
Abgebrochene und verwitterte Felsbrocken und Gesteinsmassen, die von Windböen und Wasserkraft weitertransportiert werden, geraten im Laufe ihrer “ Wanderschaft “ in einen unaufhörlichen Veränderungsprozeß. Fließbewegungen, Wellenschlag, Brandung sowie starker Wind bilden die Kräfte, die das Trümmergestein durch schleifende, schmirgelnde und reibende Wirkung sowie die dabei entstehende gegenseitige Schlagbeanspruchung in ihrer Form ständig beeinflussen.Kieselsteine sind also Steine, die nicht nur geschliffen werden, sondern sie schleifen sich auch gegenseitig.
der Kieselstein hat also seine Form nicht durch brutale Kräfte erhalten. Eher sanfte, aber ständige und stetig wirksame und sich wiederholende Bewegungen formen ihn. Am Ende dieses Prozesses ist aus dem Kieselstein ein kleines Sandkorn geworden, das im Sandstein wieder in den Kreislauf der Steine zurückgeht.
Stanislaus Klemm
Weitere Worte zum Kiesel von S.Klemm findet man auf meiner Seite am 18. November

Nicht Hammerhiebe, sondern der Tanz des Wassers rundet den Kiesel zur Schönheit