Archiv für Februar 2009

Steinseminar

Samstag, 28. Februar 2009

Nachdem es immer noch zu kalt zum Bauen in meinem Steingarten ist, habe ich mal wieder zaghafte Versuche unternommen, Steine mit Hammer und Meissel zu bearbeiten.
Das ist jedes mal Selbsterfahrung pur. Auf jeden Fall für mich. Ein falscher Schlag und der Stein schaut anders aus,als man will. Stolz und Frust . Freude und Ärger. Im Sekundentakt neben einander.. Nicht aufgeben. Ruhig bleiben. Durchatmen. In Kontakt mit dem Stein bleiben. Leicht gesagt. Nicht so leicht umsetzbar.
Ich werde weiter lernen und auf den Frühling warten und wieder Steine sammeln und verbauen.

Steingedanken 62

Donnerstag, 26. Februar 2009

Die Großfamilie saß artig beim Kaffee, ich schlenderte – ein pupertierender Jugendlicher – über den freien Platz vor dem Lokal. Es war ein Weg am Waldrand. In Gedanken, nebenbei  mit Augen den Boden scannend. Ein grauer Stein war anders als die anderen. Ich blieb stehen. Er sah grob behauen aus, als hätte ein menschliches Wesen ihn gestaltet – oder auch  die Natur mit Hilfe des Zufalls  . Er hatte die Form eines Keils. Ich hob ihn auf, spürte die kühle, scharfe Glätte. Wärmte ihn in der Hosentasche. Später sagte mir jemand, den ich für kompetent hielt – und er sagte es mit Verblüffung in den Augen – „Du hast einen Faustkeil gefunden. Das ist ein Steinzeitwerkzeug.“ Ich nahm ihn in die Hand, wie man ein Schabwerkzeug führt – das Gefühl war unbeschreiblich. Als hätte jemand diesen Stein so zugschlagen, dass er genau in meine Hand passen würde – mehr – als wäre er ein fortgesetzter Teil meiner Hand. Verwachsen in meinem Kopf .Vor Jahren habe ich den Stein meinem Sohn geschenkt. Vor sieben Jahrtausenden, als Menschen eben begannen, häuslich zu werden, hat ihn jemand – womöglich – ebenfalls einem anderen  weitergegeben.
Ulrich Gineiger

Steinseminare

Dienstag, 24. Februar 2009

teambuilding_lsst_steine_wachsen1

Steingedanken 61

Montag, 16. Februar 2009

Wenn ich reise, nehme ich mir zur Erinnerung gerne einen Stein mit nach Hause. Mit ihm verbinde ich dann einen besonderen Platz, Gerüche, Situationen, Farben, Stimmung,….
So habe ich schon aus den verschiedensten Ecken der Welt ganz unterschiedliche Steincharakter zusammengetragen.
An manchen Plätzen gibt es ganz besondere Steine und da fällt es dann schwer sich für einen zu entscheiden, so bin ich schon aus dem Urlaub zurück gekommen, mit maßlos Übergewicht im Gepäck. In der Hoffnung, dass es nicht so auffällt, habe ich alle Steine, die ich (in der Wüste in Jordanien, der Wüste in Israel und am Toten Meer, aber auch im Norden Israels) gesammelt habe, ins Handgepäck. Damals auch kein Problem am Flughafen. Da war es problematischer, dass ich bei einer Privatperson übernachtet hatte, was eine langwierige Befragung und Durchsuchung nach sich zog. Aber die Steine im Handgepäck waren kein Problem. Den kleinen fast 20 kg schweren Rucksack, konnte ich problemlos mitnehmen.
Einige Jahre später war ich in Madeira im Urlaub, von dort sollte ich einem Freund für seinen Steingarten einen etwas größeren Stein mitbringen. Kein Problem, beim Wandern, habe ich einen tollen etwa kopfgroßen Stein gefunden. Wie bewährt ins Handgepäck damit!
Jedoch diesmal war die Lage eine andere. Ich wurde darauf hingewiesen, dass es zu gefährlich sei, einen Stein im Handgepäck zu transportieren. Nagelscheren und Messer waren ja als Verbot groß ausgeschildert aber Steine nicht.
Nun gut, das Gepäck war schon weg, was tun, es ist doch ein Geschenk,…
Nach längerem Hin und Her gab man mir zu verstehen mit dem einen Flughafenarbeiter mitzugehen. So liefen wir durch Hallen, Türen mit Geheimcode, Aufzüge runter und schließlich stand ich in der Gepäckhalle, direkt neben den Flugzeugen.
Welches nun mein Gepäck sei – dieser Wagen ist für meinen Flug. Da entdeckte ich meinen Reiserucksack und konnte den Stein noch hineinstecken! Zurück in die Wartehalle und dann ein ganz friedlicher Heimflug, mit leichtem, kleinen Handgepäck und übergewichtigem Reiserucksack,… und ohne weitere Probleme.
Die Erlebnisse und Situationen sind es, die mir die Steine noch besonderer machen, als sie eh schon durch ihr einmaliges Aussehen sind.

(Kerstin)