Archiv für Juli 2009

Heinrich Seidel (1842-1906)

Donnerstag, 30. Juli 2009

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Frühlingsbote

Der Frühling weiß zu finden
Mich tief in Stadt und Stein,
Gießt mir ins Herz den linden
Fröhlichen Hoffnungsschein.

Manch‘ grüne Wipfel lauschen
Zwischen den Dächern vor,
Ein Lerchenklang durch’s Rauschen
Der Stadt schlägt am mein Ohr.

Ein Schmetterling als Bote
Flattert im Wind vorbei,
Hinschwebend über das tote
Steinerne Einerlei.

Mara Thöne

Mittwoch, 29. Juli 2009

Lebenskünstler
versuchen, die Steine,
die ihnen in den Weg gelegt werden,
zu umgehen oder zu überspringen,
anstatt sie wegzuräumen.

Franzis Geburtstagsstein

Dienstag, 28. Juli 2009

Nach langer Zeit habe ich mich in den letzten Tagen mal wieder hingesetzt und versucht einen Stein zu bemalen. Es wr ein Versprechen zu Franzis Geburtstag. Ich bin einfach kein Maler. Ich kann von bunten Steinen träumen, doch von der Umsetzung in die Tat bin ich noch weit entfernt. Doch alles ist möglich,von daher gebe ich die Hoffnung noch nicht auf.

Vincenzo de Michele

Dienstag, 28. Juli 2009

Unser Verhältnis zum Reich der Mineralien hat sich
in wenigen Jahren grundlegend gewandelt.
Früher war man geneigt, die bunten kristallinen Körper
der Fachwissenschaft zu überlassen,
und man mochte Sammlungen in Museen oder Schulen als verstaubte Zusammenstellungen von Kuriositäten ansehen,
die mehr der Erfüllung einer Pflichtforderung
zuliebe vorhanden waren.
Heute aber hat der Sinn für die gesetzmäßig gestaltete,
dabei zunächst so fremde Form weite Kreise erfasst.
Die ursprüngliche Freude an der geheimnisvoll
aufglühenden Farbe
und an der eigenwilligen Gestalt trifft in Gefühlstiefen
mit dem erweckten Sinn für abstrakte Formen,
wie etwa in der Malerei, zusammen und zugleich mit einem Wunsch voller Sachlichkeit,
mehr über dieses besondere Reich der Natur zu erfahren.“

Vincenzo de Michele
Konservator für Mineralogie am
Museo Civico di Storia Natura