Archiv für Juli 2009

Soziale Stadt Heuchelhof

Donnerstag, 23. Juli 2009

Am 21. Juli 2009 baute ich mal mit ganz anderen Steinen. Anlass war das 10 jährige Jubiläum der sozialen Stadt Würzburg – Heuchelhof. Symbolisch wurde mit Kalksteinen der Heuchelhof dargestellt. Kinder bemalten einen Teil der Steine mit Strassenmalkreide. Eine staubige Sache. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. War jedoch nicht mehr zu ändern. Diese angemalten Steine sollten die geladenen Gäste nun beschriften und jewils einen Stein in das Bauwerk einfügen. Da musste man schon mal die ersten Berührungsängste ablegen. Bei solchen Anlässen sind die Menschen ziemlich nobel gekleidet. Dunkle Anzüge,schicke Kleider und Strassenmalkreide passen nicht so gut zusammen. Doch da mussten sie durch. Wasser zum Hände waschen war da.
Symbolisch für alle Einrichtungen und „wichtigen“ Personen
wurde so Stein für Stein ein neuer Heuchelhof,mit neuen Visionen, Geldern, Ideen und Anregungen geschaffen. Ich hatte eine alte Hose an . Mir hat es Spass gemacht.
Mit den Kindern baute ich wie gewohnt mit Natursteinen.
Innerhalb kürzester Zeit bauten sie ihre Fantasiestadt. Hier konnten sich die Politiker dann einige Anregungen und Ideen holen.

Barthold Hinrich Brockes

Mittwoch, 22. Juli 2009

Alle Dinge, große und kleine
flüssig, trocken, weich und hart,
Tiere, Pflanzen, Holz und Steine
zeigen Gottes Gegenwart

Dr. jur. Dr. phil. Barthold Hinrich Brockes (1680 – 1747)

Steingedanken

Montag, 20. Juli 2009

Hallo Peter,

ich schreibe dir hier keine großartige Geschichte, sondern eine Begebenheit aus meinem Leben.

Vor 23 Jahren war ich meiner ältetsten Tochter mal an der Nordsee, von dort schleppte sie einen weißen ovalen Stein( ca.3kg) in der Größe eines Brotlaibes mit nach Hause. Sie sah in diesem Stein einen “ Hasi“ , wie sie ihn damals als Zweijährige nannte. Einige Jahr spielte sie hingebungsvoll mit ihm, dann geriet er in Vergessenheit. Als ich vor zwei Jahren Chanthal als Pflegekind bekam, entdeckte sie plötzlich einen weißen Hasen auf unserem Grundstück. Ganz aufgeregt und überglücklich schleppte sie den “ Hasi“ an. Nun schläft dieses kleine leidgeplagte Mädchen mit dem Stein im Arm, Nacht für Nacht. Er ist ihr Kuscheltier.

Liebe Grüße, Barbara Sch. und Chanthal!

Bergkristall

Sonntag, 19. Juli 2009

Gestern bekam ich völlig überraschend einen Bergkristall von einem Menschen Geschenkt, den ich vorher noch nie getroffen habe. das hat mich sehr überrascht, gefreut und berührt.
Heute werde ich die Worte von Stanislaus Klemm zum Bergkristall noch einmal auf dieser Seite veröffentlichen.
Für mich ist es grosses Geschenk, dass ich diesen Menschen in meinem Leben kennen gelernt habe. Ich vielen Momenten schenken mir seine Worte Kraft.Durch die Steine bin ich immer in Verbindung mit ihm. Ich freue mich schon auf unsere nächstes Treffen.

Ich bin ein Bergkristall…
bei meinem Anblick verlieren sich deine Augen
in meiner gläsernen Kälte.
Scheinbar erstarrt und erfroren bleibt die Gegenwart stehen
wie in einem Spiegelsee.
Im Morgenlicht tauchen deine Erinnerungen auf,
vereiste Träume der Vergangenheit,
zart wie ein Hauch am kalten Glas,
zerbrechlich wie glitzernder Reif.
der erste Schnee wie Engelshaar,
so leicht wie deine ersten Jahre.
Blaue Eiszapfen, von der Sonne geschliffen,
die erste Schlittenfahrt, eine Reise in die weiße Atemlosigkeit.
Die dünne knisternde Eisdecke über der Kindlichen Neugierde.
Das Spiel mit den Glasperlen,Blicke in die Bleikristallschale,
die die Zeit verschluckt.

In meinem Herzen brennt nicht das Feuer des Diamanten.
Wie das Mondlicht in wolkenloser Nacht zieht
das reine Licht
durch mich hindurch,
selbstlos.

Meine Kühle und meine Klarheit
kannst du an deine Schläfe pressen
in dunklen Stunden.
Mein ruhiges und mein angenehmes Licht
malt lebende Eisblumen
auf deine Angst
Ich bin ein Bergkristall….
Ein Tanz von Licht und Schatten zeichnet im Wechselspiel
zarte Kompositionen aus Formen und Flächen, Winkeln und Kanten.
Kristalline Symphonie geometrischer Fingerübungen:
Die Säule, Stamm eines Lichtbaumes.
Die Pyramide, ein gläserner Pharaonensarg.
Das Dreieck,eine Schlussfolgerung.
Das Viereck, das Rechteck, das Quadrat,
sich festlegen und beharren.
Das Sechseck, ein Schwebezustand im Kreis,
Bienenwabe, lichtgefüllt.
Die Kanten, eine Gratwanderung zwischen Trennen und Verbinden.
Die Winkel, Vorhersagbarkeit und Zuverlässigkeit.

An meiner kalten Form
zerreissen die Schleier deiner Schwermut,
deine Verwirrung,
deiner Verblendung.

Auf den matt schimmernden Flächen
schlanker Quarzkörper,
auf den Eisgipfeln ruht die Stille,
die Zeit bleibt stehen.
Es ist die Ruhe der Bergwelt,
der schweigende Kristallhimmel,

das Flüstern gläserner Meere,
wie die Harfe des Windes.
Ich bin ein Bergkristall…
in meine Ruhe kannst du eintauchen,
um dort die Unruhe deiner Sehnsucht zu finden.
Von meiner Bewegungslosigkeit kannst du dich bewegen lassen.
In meine Stille hinein kannst du tanzen und
singen: Lieder über fremde Welten.

Ich bin Durchblick und Einblick,
Fenster in unsichtbare Welten.
Mein Lichtkörper ist Stoff aus reinem Quarz, durchsichtig bis auf den Grund der Welt.
Kieselsäure, zu Licht geronnen.
Ein Großteil unserer Erde
ist aus meinem lichten Stoff,
unsichtbar und für die Augen keine Falle.
Unbegrenzter Übergang und Überschreitung,
Durchgang,
tritt nicht in Erscheinung
und ist doch harte Wirklichkeit
und hält die Welt zusammen.
Was die Sinne begreifen und ins Auge springt,
ist nur der Schnee auf dem Gebirge,
Schaufenster dunkler Rätsel.

Du kannst Mauern und Wände durchdringen,
wenn sie dich daran hindern,ein Fenster zu bauen,
um einen Blick über deine Grenzen zu werfen.
Ich lehre dich,
die Kräfte wahrzunehmen,die du noch nicht begreifen kannst.
Ich bewahre dich davor,
jenen schwarzen Vogel nachzuahmen,
der im blinden Flug
am Fensterglas zerschellt,
der verblutet an der Unsichtbarkeit.

Vielleicht,
vielleicht bin ich doch der
“Stein der Weisen”