Die alte Geschichte von Menschen und Steinen

Stein, vom altindogermanischen styayate – gerinnen, fest werden, abgeleitet, spielt in der Kulturgeschichte der Menschheit eine bedeutende Rolle. Wegen seiner Härte und Unveränderlichkeit wird Stein häufig mit ewigen und göttlichen Mächten in Verbindung gebracht und als Ausdruck konzentrierter Kraft empfunden. Wie viel Schöpfungskraft dem Stein zugeschrieben wurde, erzählt eine alte Geschichte aus der griechischen Mythologie: Als Zeus einst das Menschengeschlecht durch eine Sintflut vernichten wollte, baute Deukalion, der Sohn des Prometheus, auf Rat seines Vaters einen großen Kasten aus Holz, den er mit dem Lebensnotwendigen belud. Zusammen mit seiner Gemahlin Pyrrha wurde Deukalion neun Tage und Nächte von den Fluten hin- und hergetrieben, bis er schließlich am Parnassos in Boiotien landete. Als Zeus ihm eine Bitte gewährte, wünschte sich Deukalion, neue Menschen erschaffen zu können. Auf die Weisung des Gottes hin warfen Deukalion und Pyrrha Steine hinter sich, aus denen neue Männer und Frauen hervorgingen.
Steine galten als fruchtbarkeitbringend und regenspendend. Als Grabsteine schützten sie die Toten vor feindlichen Mächten und spielen bis heute eine zentrale Rolle im kultischen Leben: von den Steinkreisen der Megalithkulturen (Stonehenge) bis zum schwarzen Meteoriten in der Ka´aba zu Mekka, der zentralen Kultstätte des Islam. Schon immer spürten Menschen die im Stein verborgene Kraft. Steine sind eine hochverdichtete Form von Energie. Das gilt für Steinkunstwerke in besonderer Weise.

Eine Antwort zu “Die alte Geschichte von Menschen und Steinen”

  1. Nicole sagt:

    Wie wahr, die Steingedanken…Ich liebe dieses Material.
    Toller Blog.

    Liebe Grüsse

    Nicole

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