Steinkohle 3

Die Geschichte des Bergbaus Die Bergleute trieben vom Tal her Stollen in den Berg hinein. Der Stollen wurde leicht ansteigend aufgefahren. Das einsickernde Grundwasser konnte abfließen. Mit den Stollen wurden oft mehrere Kohlenflöze erreicht. Eine bessere Qualität hatte die Kohle, die tief im Berg lag, als die Kohle, die man nah an der Erdoberfläche fand.

Die Bergleute bekamen bald mehr und mehr Kunden. Die Schmiedewerksstätten wurden besonders gute Kunden. Denn nun ließ sich im Schmiedefeuer eine heißere Glut erzeugen, als
vorher mit der Holzkohle.

Für lange Zeit blieb der Transport der Kohle schwierig und teuer. Zunächst wurde die Kohle von Pferden auf dem Rücken getragen, weil einfachste Wege und Pfade benutzt werden mussten. Später wurden dann befestigte Wege und Straßen gebaut, so dass der Transport mit Pferd und Wagen möglich wurde.

Der Kohlentransport per Schiff kam zur Geltung, als man die Ruhr schiffbar machte. Die Kohle wurde nun auf dem Wasserweg auf zum Rhein und dann auf dem großen Strom bis entfernte Städte und Dörfer befördert. Der Transport wurde auf diese Weise deutlich billiger.

Der Bergbau damals bedeutete harte Arbeit, die schweißtreibend war.

Heute hat man moderne Gerätschaften.

Der frühe Bergbau im Ruhrgebiet
Schon früh haben Menschen nach Gold, Silber, Kupfer, Blei und Eisenerz gegraben.
Im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelten sich die bewundernswerten Fähigkeiten und Techniken. Verhältnismäßig spät wurde nach Steinkohle gegraben. In den Wäldern gab es genügend Holz und so konnten Köhler Holzkohle daraus herstellen.

Als das Holz der Wälder knapp wurde, nutzte man die Steinkohle. Über den Abbau von Steinkohle sind die ersten Nachrichten fast 900 Jahre alt. Sie berichten über den Kohlenabbau im Wurmrevier bei Aachen.

Als man erkannte, dass Steinkohle zum Schmelzen von Eisenerz eingesetzt werden kann, wurde von Jahr zu Jahr mehr Steinkohle gefördert. Es mussten viele Menschen dafür beschäftigt werden. Sie kamen von weit her und die meisten konnten kein Deutsch.

Und wie fing das alles an?
Die Kohlenflöze streichen zu Tage. Die Kohle kommt an einigen Stellen an die Erdoberfläche. An der Oberfläche wurde zunächst nach Steinkohle gegraben. Mit Stollen und später auch Schächten, gelangte man an die tiefer liegende Steinkohle.

Die Kohlengräberei
In der Frühzeit wurde im Bergbau sicherlich nicht täglich und nicht planmäßig gearbeitet.
Wenn die Bauer in den Monaten wenig zu tun hatten, haben sie gelegentlich an den Berghängen nach Kohle gegraben. Man sprach damals von der “Kohlengräberei“.
Diese Form von Kohlengräberei ging aber vor 250 Jahren zu Ende.

Immer wenn ich auf den Waldwegen
ein kleines Stückchen Kohle finde
(und hier bei uns findet man noch viel davon)
wird dieser „Stein“ etwas ganz Lebendiges,
wird wieder zum grünen Baum, der er einmal war.
Wenn ich ihm meine Sprache geben könnte,
würde er vielleicht sagen:

„ich bin so spröde und zerbrechlich
und doch so unerbittlich
hunderte millionen von jahren
laufen die zeiger meiner entwicklung
bin versunken in den fluten vergessener meere
im zeitraffer der evolution
über nacht
unter tage geraten
bin ich das dunkle grab
asche
versteinertes herz verlorener wälder
alles grün
in schwarz getaucht
schachtelhalm siegelbaum und farn
in meinen lagerstätten hängen noch
versteinert
nebelschleier alter regenwälder
duft von baumharz
gespeichete sonne
die brennkammern
randgefüllt mit
energie wärme und kraft.“

Vielleicht noch etwas zur „Würde der Kohle“

Der Prozess der „Kohle – werdung“, wissenschaftlich „Inkohlung“ genannt, zielt ja auf den reinen kristallinen und atomaren „Kohlenstoff“ hin, den „Diamanten“ („den Un-zerstörbaren“, den „Unbezwingbaren“). Eine unvorstellbare Entwicklung: aus grünen Bäumen und hell strahlender Sonne entsteht nach einer unvorstellbar langen Zeit tief in der immer heißer werdenden Druckkammer unserer Erde ein schwarzer Stein, der nach weiteren Jahrmillionen unter immer noch stärkerem Druck zu einem unbe-zwingbaren hell glänzenden Kristall wird. Es ist so, als habe die Kohle ihr schwarzes Trauerkleid ausgezogen und das Licht angezogen. Aus grün wird schwarz und aus schwarz wird weiß, aus Staub entsteht der König aller Edelsteine. Unvorstellbar. Druck und Hitze sind die Werkzeuge dieser  so seltenen Kostbarkeit.
Ich assoziiere damit zwei biblische Feststellungen:

„Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand.“
GEHEIME OFFENBARUNG 6,12
und
„wer in der Erde liegt, wird erwachen und jubilieren!“
JESAIA 26,19
Gedanken von Stanislaus Klemm

Eine Antwort zu “Steinkohle 3”

  1. Stanislaus Klemm sagt:

    ZU KOHLE und DIAMANT:

    Lieber Peter,
    Die schwarze, etwas bröselige, spröde Kohle und der glitzernd helle, „eiserne“ Diamant sind wahrhaftig gewaltige Gegensätze, und doch sind sie aus einem einzigen Stoff: Kohlenstoff. Ein faszinierender Zusammenhang. Ich muss dabei immer an den „Gegensatz“ Körper und Geist denken, die doch beide ein „Stoff“ bilden, den Menschen.

    Mein alter Philosophielehrer hat es einmal so formuliert: „Der Mensch ist Stoff-gebundener Geist und Geist-begabter Stoff.“ Zwei ganz unterschiedliche Realitäten sind dennoch vereint in einem auf einander bezogenen Wirken. Ähnliche Gedanken kennen wir auch im Gedankengut der Tibeter.

    In einer Ansprache zum 40-jährigen Bestehen desTibet-Instituts Rikon erwähnte ihr Präsident Dr. Rudolf Högger diesen Zusammenhang:

    „Das ist zentrales buddhistisches Gedankengut. In ihm werden die materielle und die geistige Sphäre ernst genommen. Beide werden als wesensverwandt und als eng mit einander verflochten verstanden. Gleichzeitig aber werden Körperlichkeit und Geistigkeit radikal unterschieden. Für diese merkwürdig widersprüchliche Beziehung zwischen körperlichem und geistigem Leben haben tibetische Weise schon vor Jahrhunderten ein treffendes Bild gewählt, Es ist die Verwandtschaft, aber auch die Gegensätzlichkeit von Kohle und Diamant. Die tibetischen Alchemisten scheinen geahnt zu haben, was die moderne Chemie erwiesen hat, dass nämlich beide Mineralien, Kohle und Diamant, aus demselben Grundstoff bestehen – aus Kohlenstoff eben, wie wir heute sagen. Das Faszinierende liegt nun darin, dass beide, Kohle wie Diamant, zu hundert Prozent aus reinem Kohlenstoff bestehen. Sie sind sich also in einem Grundaspekt völlig gleich. In anderer Beziehung aber sind sie extrem unterschiedlich. Die Kohle ist sehr weich, der Diamant dagegen der härteste Stoff, den wir überhaupt kennen. Die Ursache für diesen Unterschied liegt nicht im Grundstoff (der ja bei beiden derselbe ist) sondern in der jeweils anderen Anordnung der Kohlestoffatome innerhalb der Kristalle. Als weiches Material ist Kohle leicht zerstörbar, als härtestes Mineral gilt der Diamant im Volksmund auch bei uns als unzerstörbar oder ewig. In der Metapher der tibetischen Weisen steht die Kohle deshalb für das körperliche, der Diamant für das geistige Leben, die Kohle für das vordergründige, auf diese Welt bezogene Bewusstsein, der Diamant jedoch für ein Bewusstsein, das sich an einer geistigen Wirklichkeit orientiert. Beide Wirklichkeiten gehören zusammen, sind – um im Bild zu bleiben – aus demselben Stoff. Aber es ist klar, dass das diamantene Bewusstsein, die diamantene geistige Wirklichkeit, der vordergründig irdischen Wirklichkeit so überlegen ist wie der harte Edelstein der weichen Kohle. Die innere Struktur der Bereiche ist eben völlig verschieden.“

    Ich finde, dies sind interessante Gedanken.

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