Steinkohle 4

1. Bergbau – am Anfang stehen die Bodenschätze
Die Geschichte der Beziehungen des Menschen zu den Bodenschätzen war und ist zugleich ein wesentlicher Teil der politischen Geschichte und der Kulturgeschichte, von Macht, Einfluss und Reichtum.
Die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit sind einzelne Epochen der frühen Geschichte des Menschen und sind nach den Fähigkeiten des Menschen benannt, die Schätze der Erde zu nutzen. Am Anfang der Kulturgeschichte des Menschen verwandte der Mensch den Stein, dann gewann er Eisen und Kupfer, später dann Gold und Silber, schließlich Zinn und Blei. Die Bodenschätze prägten die verschiedenen Kulturen, beeinflussten die Politik und waren Voraussetzung für Wirtschaft und Industrie. Alle kulturellen Bereiche haben von den Bodenschätzen profitiert: Kunst, Philosophie, Sprache und Literatur, Technik und die Politik.
Das Gold- und Silbervorkommen häufig Anlass zu grausamen Eroberungsfeldzügen waren, ist bekannt. Wie stark aber die Existenz von Kohle und Erz die Geschichte ganzer Völkerschaften und Nationen prägte, ist weniger bekannt.
2. Steinkohlenbergbau
Nach Steinkohle wurde erst verhältnismäßig spät gegraben. In den Wäldern gab es genügend Holz. Die Köhler konnten daraus Holzkohle herstellen. Erst als das Holz der Wälder knapp wurde, nutzte man die Steinkohle.
Die ersten Nachrichten über den Abbau von Steinkohle in Deutschland sind fast 900 Jahre alt. Sie berichten über Kohlenabbau im Wurm-Revier bei Aachen. Andere alte Urkunden erwähnen um 1300 das Kohlengraben an der Ruhr und etwas später an der Saar.
Die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus in Deutschland war und ist bis zum heutigen Tag eine sehr bewegte und keineswegs einfache Entwicklung. War es früher der soziale Stand der Bergleute sowie ihre schweren und gefährlichen Arbeitsbedingungen, so sind es heute die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die das Leben der Bergleute prägen.
3. Steinkohlenbergbau in Nordrhein Westfalen
Das Ruhrgebiet gilt als der bedeutendste deutsche und europäische Industriebezirk. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen gelegen, erstreckt sich das Kerngebiet als breite Zone aneinander gereihter Städte vom linksrheinischen Teil Duisburgs bis nach Dortmund im Osten. Mit seinen Randgebieten reicht es von nahe der niederländischen Grenze bis nach Hamm, im Norden über die Lippe und im Süden teilweise über die Ruhr hinaus. Es umfasst rd. 5000 km² Fläche; das sind 15 % der Gesamtfläche Nordrhein-Westfalens ( 2 ).
Das pulsierende Leben des Ruhrgebiets beruhte früher auf der Kohle. Kein Wunder also, dass man diese Region auch als ”Kohlenpott” bezeichnet hat, manchmal als abwertendes Synonym für Schmutz und Rauch, zumeist aber als stolzer und liebevoller Hinweis auf den Lebensnerv einer Landschaft – eben die Kohle. Heute hat sich die Region gewandelt. Die Steinkohle ist nicht mehr der bestimmende Faktor, doch sie ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil in der Wirtschaftsstruktur und ist ein Garant für eine sichere Energieversorgung.

Bernd Tönjes, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Steinkohle AG

3 Antworten zu “Steinkohle 4”

  1. Stanislaus Klemm sagt:

    zum Thema:
    Kohle-Licht-Energie-Leidenschaft-Feuer:

    „Ja ich weiß, woher ich stamme!
    Ungesättigt gleich der Flamme
    Glühe und verzehr´ ich mich.
    Licht wird alles, was ich fasse,
    Kohle alles, was ich lasse:
    Flamme bin ich sicherlich!“

    Friedrich Nietzsche

  2. Stanislaus Klemm sagt:

    Ein Lied,
    das mir als
    „Bergmannskind“
    „zutiefst“
    vertraut ist:

    Glück auf! Glück auf! Der Steiger kommt!
    Und er hat sein helles Licht bei der Nacht
    und er hat sein helles Licht bei der Nacht
    schon angezündt.

    Schon angezünd´t, das wirft seinen Schein
    Und damit nun fahren wir bei der Nacht
    ins Bergwerk ein

    Die Bergleut sein so hübsch und fein
    (ins Bergwerk ´nein wo die Bergleut sein)
    Und sie graben das Silber und das Gold bei der Nacht
    aus Felsenstein

    Der eine gräbt Silber, der andere Gold
    und dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht
    dem sein sie hold.

    Ade, nun ade, lieb‘ Schätzelein!
    und da drunten in dem tiefen Schacht bei der Nacht
    Da denk‘ ich dein.

    Und kehr ich heim zum Schätzelein (zum Liebchen heim)
    So erschallt des Bergmanns Ruf bei der Nacht
    Glück auf! Glück auf!

    Text aus Freiberg/Sachsen , um 1730

  3. mARTina Jäger sagt:

    ja, der nietzsche-spruch ist auch sehr gut bezogen auf seine geistigen werke und sein leben…

    stanislaus, du musst mal nach würzburg kommen (dürfen 🙂 )…

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