Herz aus Stein

Zu Martinas Kommentar von gestern „Menschen, deren Herz aus Stein ist…

Mit dem Herz aus Stein ist das so eine Sache. Es kommt immer darauf an.
Machst Du am Meeresstrand einen Spaziergang und findest dort einen Stein, der die Form eines Herzens hat, so wirst du dich sicher freuen. Fällt dir dagegen ein Stein in Herzform auf den Kopf, so tut das bestimmt weh und ist sicherlich nicht angenehm.
Schenkt dir wiederum ein geliebter Mensch einen herzförmigen Sein, so freut man sich normalerweise und hebt ihn auf. Stolperst du über einen Herzstein, fällst auf die Nase und es schmerzt, so kann der Herzstein zwar eigentlich nichts dafür, aber du bist trotzdem wütend. Der Stein ruht, du bist in Bewegung.

Du bist Petrus, der Fels. Bibelzitat.
petros kommt aus dem griechischen und bedeutet Stein.
daraus folgt  — du bist Stein, der Fels.
Du bist fest, sehr fest. Wie der Fels in der Brandung.
Petrus erhält seinen Namen also für seine Aufgabe. Dieser Satz soll ihm unerschütterliche  Sicherheit geben. Mit diesem Standvermögen kann er, kann jeder von uns, seine Lebensaufgabe erfüllen.
Wie schmerzlich dagegen das Gleichnis vom Herz aus Stein. Da denkt man sofort an Kälte,Schwere,Starre,
Vorurteile
Steine sind eben anders als wir.
Nach unseren menschlichen Maßstäben mag man in ihnen ja ein sichtbares Leben vermissen,doch dem Stein wird man nur gerecht, wenn man ihn mit seinen eigenen Maßstäben betrachtet.
Danach ist ein Herz aus Stein vielleicht etwas
WUNDERBARES

2 Antworten zu “Herz aus Stein”

  1. Stanislaus Klemm sagt:

    Die Metapher „steinernes Herz“,
    die gleichbedeutend ist mit „Hartherzigkeit“, „Kälte“, „Leb und Lieblosigkeit“, „Macht“ und „Phantasielosigkeit“, „Böswilligkeit und Gefühllosigkeit“ kommt oft in der Literatur vor, so in Romanen von E.T.A. Hoffmann, Arno Schmidt und besonders in dem Wilhelm Hauffschen Märchen „das kalte Herz“, (aus Stein), das ein böser, gewalttätiger Berggeist den Menschen einsetzt nach dem Motiv: „lebendes Herz gegen Geld“, oder „Seele gegen Reichtum“. Das uralte „Faust-Motiv“.
    Jeder versteht, was wir mit diesen Metaphern „meinen“ oder ausdrücken wollen. Das ist absolut in Ordnung. Eine andere Frage ist allerdings, ob wir nicht im Laufe der Sprachentwicklung bessere, angemessenere Metapher erfinden sollten, um Ähnliches auszudrücken. Aber hier greift eben noch die alte Vorstellung, jenes uralte, fast unausrottbare Vorurteil, Steine seien grundsätzlich „leb“- das heißt „lieb“-los. Wenn jemand zügellos seine Sexualität an Menschen auslebt und sie ausnützt, sagen wir das oft mit der Metapher „wie ein Tier“. Auch hier gilt, wir verstehen, was wir damit „meinen“, aber wir sollten wahrlich eine andere Metapher verwenden, denn das arme Tier ist eine Kreatur, der solche „bösen Gefühle“ absolut wesensfremd sind. Ähnliche Vorurteile spiegeln sich in den Metaphern: „dumm wie eine Kuh“, „dreckig wie ein Schwein“, usw. Solche „uralten“ Vorurteile sind nicht so leicht zu überwinden, sie sind Teil unserer ererbten Sprache. Deshalb muss es immer mal wieder Menschen geben, die ab und zu den Dingen eine andere Deutung schenken, oder sagen wir besser wieder zurückschenken.

    Dieser Weg ist vielleicht eine Art Gegenbewegung zu jener alten Versuchung, von der bereits die Bibel berichtet: „Da trat der Versucher an ihn (Jesus) heran. Der flüsterte ihm zu: Du bist Gottes Sohn! So sprich ein Wort, und aus diesen Steinen wird Brot! Jesus aber entgegnete: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das Gott zu ihm spricht“ (Matthäus 4,3). Steine in Brot zu verwandeln – wohl ein uralter Traum des Menschen. Dagegen wächst meine Erfahrung, dass Steine nicht nur den Ausgangs- oder den Grundstoff bilden, aus dem sich etwas Brauchbares machen lässt. Steine werden selbst Reichtum für denjenigen, der ihnen zu begegnen bereit ist, der sie nicht mit den Augen eines neurotischen Besitzenwollens anschaut, sondern mit den Augen eines staunenden und ehrfürchtigen Interesses. Man fühlt sich an ein altes Märchen erinnert, an „Hänsel und Gretel“. Fanden die beiden Kinder anfangs nicht den Weg ins Elternhaus wieder zurück, so doch mit Hilfe im Mond schimmernder Kieselsteine, die Hansel auf den Weg gestreut hatte. Beim zweiten Mal fehlten ihm die Kieselsteine, so dass er Brotstückchen streute, die allerdings von den Vögeln rasch aufgepickt wurden, so dass die beiden den Weg nach Hause nicht mehr fanden. Seltsam, es sind Steine, nicht das Brot, Steine werden zum Symbol, den Weg nach Hause zu finden. Was könnten Steine in dieser Symbolkraft für uns bedeuten? Vielleicht ein Hinweis, wieder zurück ins „Vaterhaus“, in Gottes Schöpfung zu finden.

  2. mARTina Jäger sagt:

    lieber peter, du kennst meine multiperspektifische denke 🙂

    ein stein von dir ist immer ein wohltuender stein des herzens.

    und die andere seite (beschrieben vom stanislaus)
    ist auch ne herzenssache.

    aus einem stein kann man auf jedenfall ne herzenssache machen

    schönen dienstagsgruß an euch beide
    und all die anderen lesenden,
    die auch mal bald schreiben werden…

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