Zum Labyrinth von S.Klemm

zum Thema „Labyrinth“ fällt mir so viel ein, dass ich mich, wenn ich davon sprechen will, wie in einem Labyrinth fühle.

Vor allem erinnert es mich immer wieder an eine theologische und religiöse Grundsituation, es ist die Situation des Glaubens  und der Lebensorientierung schlechthin: Bin ich auf dem richtigen Weg, auf dem Weg, der ins Zentrum unseres Seins führt, wie immer jeder einzelne Mensch diese Mitte bezeichnen und ansprechen will.

Es gibt die eine Situation, die jeder in seinem Leben kennt: Sie wird gekennzeichnet durch eine Aussage, die einmal ein Freund Jesu, mit Namen Thomas, geäußert hat: „Ich glaube nur an das, was ich sehen und anfassen kann“
Die andere Situation ist charakterisiert durch die Antwort, die Jesus daraufhin seinem Freund gab: „Aber freuen dürfen sich alle, die nicht sehen und trotzdem glauben!«“ (Joh 20,29). Es ist theologisch die Situation des Labyrinths. Ein Labyrinth, das eben kein Irrgarten ist, und jeden, der Mut besitzt, ehrlich suchend bis zu Ende zu gehen,  ins Zentrum führt. Es belohnt jeden, der den Mut hat, zu glauben, dass dieser Weg zum Ziel führt. Man kann in einem Labyrinth dieses Zentrum bei der Wanderung allerdings nicht sehen, man kann nur darauf vertrauen, dass der Weg zum Ziel führt. Dabei hat jeder, der diesen Weg geht, sehr häufig das Gefühl, entweder sehr nahe am Ziel zu sein, oder aber weit davon entfernt zu sein. Durch die ständigen „Kehrtwendungen“, die auf uns zukommen, sind wir oft entmutigt und manchmal sogar verzweifelt. Das kann ständig wechseln. Die Christen haben später dieses Bild vom Labyrinth aufgenommen und umgedeutet. Jesus ist am Karfreitag in dieses Labyrinth, in diese Todesspirale hinabgestiegen, um den Tod zu besiegen. Er hat dann alle dort ebenfalls eingeschlossenen Menschen heraus ans Licht geführt. Er kannte den Weg nach draußen, er wusste wo der rote Faden war und alle, die ihm nachfolgten waren gerettet. In ganz alten Kirchen, die so bis zum 9 Jahrhundert gebaut wurden ( etwa im französischen Chartres), in ganz alten Kirchen finden sich noch solche Labyrinthe. An der dunkelsten Stelle, meistens in der Krypta, musste man auf Knien rutschen, um nach endlosen 200 m wieder rauszukommen.

Eine Antwort zu “Zum Labyrinth von S.Klemm”

  1. claudia woldan sagt:

    Der Tag, an dem dieser Artikel geschrieben wurde, war bei uns ein sehr wichtiger: Nach vierjähriger ehrenamtlicher Arbeit konnten wir Labyrinthe Hofkirchen eröffnen. Alles Wissenswerte über das Projekt auf unserer Homepage….
    Von 2.-5. August 2012 findet bei uns der 6. Internationale Labyrinth-Kongeß statt. Herzlich Einladung !
    Liebe Grüße aus Hofkirchen
    Claudia Woldan

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