Archiv für April 2011

Worte zum Stein

Samstag, 30. April 2011

Steine rollen nicht bergauf.

Steine fürchten sich nicht, wenn auch die Heuschrecken ins Land kommen.

Wenn das Wasser fällt, tauchen die Steine empor.

Besuch von Volker

Freitag, 29. April 2011

Heute bekam ich Besuch von Volker Fill aus Wiesbaden. Wir haben uns über die Steine im Internet kennen gelernt. Heute haben wir dann den Tag mit Steinen zusammen verbracht und an einigen Orten ein wenig gebaut. Ein Gewitterregen löste diesen steinigen Austausch dann auf. Wir waren bei mir im Steinreich, da hat Volker auch etwas gebaut und danach in Würzburg am Main. Von diesen Türmchen habe ich jedoch keine Fotos gemacht. Es war auch schwieriger wie geplant. Das Mainufer ist nämlich größtenteils zugewachesen und man kommt nicht so locker an die Steine ohne dabei die Uferlandschaft zu beschädigen. Es hat mich sehr gefreut noch so einen Stein-ver-rückten zu treffen. Ich wünsche Dir, Volker, noch viele wunderbare steinige Plätze und weiterhin Spass bei deinem Tun.
Für alle, die mal in seine Werke schauen wollen, hier seine Adresse,

http://www.flickr.com/steinadler/

von Volker

Vom Lesestein zur Brille

Donnerstag, 28. April 2011

Im Mittelalter beherrschten nur wenige Menschen die Kunst des Lesens und des Schreibens. Die wichtigsten Bücher befanden sich in Klöstern. Die Mönche bewahrten und erforschten sie, denn in den Büchern stand das gesamte damalige Wissen der Menschheit.
Da es damals noch keine Elektrizität gab, war vor allem das Lesen bei Kerzenlicht auf die Dauer sehr anstrengend für die Augen. Je älter die Mönche wurden, desto schlechter sahen sie meistens. Brillen gab es damals noch nicht und die älteren Mönche  liessen sich die Texte von jungen Klosterschülern vorlesen. Ich kann mir vorstellen,das nicht alle damit glücklich waren. Man suchte nach Lösungen. Ende des 13 Jahrhunderts war es dann soweit. Der Gelehrte Golek Vitello hatte um 1240 das Buch des arabischen Gelehrten Ibn el Heitam (996-1038) “Schatz der Optik”, ins lateinische übersetzt. In ihm stand geschrieben, dass man mithilfe bestimmter Steine Gegenstände größer erscheinen lassen konnte.
Am besten eigneten sich durchsichtige Halbedelsteine , “Berylle”. Die Mönche schliffen den Beryll ab, und konnten ihn dann als Lesestein verwenden. Der Name der Brille kommt also von diesem Halbedelstein. Es wurden natürlich auch Bergkristalle geschliffen, den die fand man häufiger. Viel später wurden Linsen aus glas geschliffen und haben den Bergkristall abgelöst. Heute benutzt man immer öfter Kunststoff.
Vom geschliffenen Lesestein zur Brille  ging es dann relativ schnell. Aus einem Lesestein wurden zwei. Die handwerklich begabten Mönche verbanden die beiden Gläser und im letzten Viertel des 13 Jahrhunderts wurde wahrscheinlich in der Toskana die erste Lesebrille, die man auf der Nase trug erfunden.
Die älteste Darstellung einer Brille findet man auf den Fresken des italienischen Malers Tomaso da Modena. Sie sind um das Jahr 1352 entstanden.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Brille  immer weiter entwickelt und verbessert. Den Formen waren keine Grenzen gesetzt, und das hat sich ja bis heute nicht geändert.
1877 erfand Adolf Flick die erste Kontaktlinse.

Worte zum Stein

Mittwoch, 27. April 2011

Atem der Steine

Ja sie, die sich vergißt,
wenn der Sturm bricht
aus der steinernen Höhle,
Windgott,geharnischt;
vergessen:Sprache

Getilgt;und wieder
geerbt in des Lebens
Rede von Traum und Leib…..

Sie aber haben Gespräch:
Steine mit Steinen,
klirrendes,spröde
Lettern,mächtige
in der Höhle Schlund,

und sie werfen,
was sie selber nicht sind,
Atem jäh
über den Erstaunten.

Ernst Meister

ma27