Das Labyrinth

Das Labyrinth

Das große Labyrinth

2006_jan_7_laby_peter.jpg la.jpg la-1.jpg

la3.jpg la2.jpg

In meinem Steinreich in Theilheim bei Würzburg begann ich am Dreikönigstag 2006 mit dem Bau eines Stein – Labyrinths. Dabei lies ich mich von der kretischen Mythologie inspirieren.

2 Jahre Labyrinthbau

6. Januar 2008

Heute, am 6.Januar, sind genau 2 Jahre vergangen seit ich den 1. Stein im Labyrinth gelegt habe.
Ich traf mich am Hl. 3 Königstag 2006 mit Erwin Reißmann, einem Fachmann für Labyrinthe, der mir beim Aufriss und beim Abstreuen des Labyrinths mit seiner Erfahrung und seinem Wissen half. Noch mal recht herzlichen Dank für diese Hilfe. Wenn Ihr mehr über Labyrinthe erfahren wollt, kann ich euch seine Seite www.mymaze.de sehr empfehlen. Hier findet man sehr viele Informationen und Bilder zu den verschiedensten Labyrinthen.
In den letzten 2 Jahren habe ich auch fast ausschließlich am Labyrinth gebaut. Zuerst wurde es mit Sägemehl und Katzenstreu abgestreut. , Dabei der Eingang auf die Himmelsrichtung ausgerichtet, der vorhandene Nussbaum integriert und ein kleines Stück alter Weinbergsmauer als Aussenbegrenzung eingebaut.
Dann legte ich auf den Aufriss überall einen Stein damit die Form erhalten und sichtbar bleibt. Bei über 100 Meter Länge bis zum Mittelpunkt hat das schon seine Zeit gebraucht.
Bis die letzten Steine lagen, konnte man die ersten abgelegten Steine schon nicht mehr sehen. Im Winter geht das Bauen sehr langsam voran. Man muss nämlich erst mal die Tage finden an denen die Steine, entweder nicht festgefroren sind , oder die Aussentemperaturen überhaupt ein bauen zulassen. Steine werden im Winter saukalt. Ohne Handschuhe fallen einem da schnell die Finger weg. Da ich mit Handschuhen aber nicht bauen kann, fallen sehr viele Tage einfach flach. Wenn die Tage dann endlich wieder länger werden, die Sonne öfters lacht, explodiert die Natur mit solcher Kraft und Macht, dass man das Gras quasi wachsen sieht. Die Steine sind schneller zugewachsen als wie man schauen und bauen kann. Am Anfang habe ich eigentlich nur versucht die Form des Labyrinths sichtbar zu erhalten. Da waren schon einige Tonnen Steine nötig. Immer wieder dazulegen, abbauen, dazulegen. Jeden Stein hatte ich einige male in der Hand.Trotzdem musste man aber immer so achtsam bauen, das nichts einstürzte und man zufrieden den Platz verlassen konnte.
Nur wenn man von Anfang an mit Respekt und Achtung an eine Sache herangeht, kann am Ende etwas kraftvolles entstehen. Das musste ich erst mal lernen. Das haben die Steine mir erzählt. Jetzt muss ich es verinnerlichen, üben und umsetzen. Obwohl ich jetzt seit über 2 Jahren übe, falle ich immer noch in alte Verhaltens- und Leistungsvorstellungen. Manchmal fehlt mir die nötige Geduld. Manchmal will ich zu viel auf einmal. Manchmal fehlt der Spass,die Freude und die Hingabe.

Eine Regel oder Ritual ergab sich jedoch gleich zu Baubeginn. An jedem Tag, an dem ich am Labyrinth baue, laufe ich den Weg in die Mitte und nehme einen Stein mit. So verändert sich die Mitte langsam doch ständig.

hl1.jpg hl2.jpg hl-3.jpg
Das Labyrinth
Das Labyrinth gehört zu den ältesten symbolischen Zeichen der Menschheit. Seit Jahrtausenden wird es in Felsen oder Ton geritzt, auf Keramiken gemalt, mit Steinen am Boden ausgelegt oder in alte Handschriften gezeichnet. Man findet Labyrinthe auf alten kretischen Münzen, auf etruskischen Vasen, an sizilianischen Gräbern, auf indonesischen Goldringen, aber auch auf Schmuckstücken nordamerikanischer Indianer. Labyrinthe wurden in spanische, englische, russische Felsen geritzt. In französischen Kathedralen als Bodenmosaike ausgelegt, in indische Tempelverzierungen eingebaut und in pakistanische Moscheen geschnitzt. Sie wurde aus englischen und deutschen Rasen gestochen und in Skandinavien, Russland, Indien und Nordamerika mit Steinen ausgelegt.
In bestimmten Kulturen war das Labyrinth jahrhundertelang in Gebrauch, manchmal jedoch ist die Geschichte seiner Verwendung nur kurz. Seit Beginn des 21 Jahrhunderts werden wieder überall auf der Welt neue Labyrinthe gezeichnet, gebaut und verwendet.

Was ist ein Labyrinth?
Das ursprüngliche Labyrinth hat im Wesentlichen immer die gleiche Form. Von einem Kreuz ausgehend werden anfangs sieben, später auch mehrere Kreise gezogen, die einen verschlungenen Weg bilden. Dieser Weg hat keine Abzweigungen und bildet keine Sackgassen oder Irrwege. Er führt hin und her, biegt immer wieder nach innen und außen ab und gelangt schließlich zur Mitte. Dort ist der Ort der Umkehr. Es führt der gleiche Weg wieder nach außen zurück.
Das älteste Labyrinth fand man bei Ausgrabungen in Pylos in Griechenland. Es ist 3200 Jahre alt. Manche Felsritzungen von Labyrinthen könnten auch älter sein, man kann es aber nicht genau festlegen. Wer das Labyrinth erfunden hat , weiß man auch nicht genau. Auch was das Wort Labyrinth zu bedeuten hat. Man legt den Ursprung jedoch auf Kreta, deshalb nennt man die älteste Labyrinthform das kretische oder klassische Labyrinth.
Das Labyrinth ist ein Spiegel, ein Bild, ein Symbol für den schwierigen und verschlungenen Lebensweg des Menschen. Es spricht von den Wahrheiten des Lebens, von den Schwierigkeiten und den Kämpfen, aber auch vom Ankommen, von der Mitte und der neuen Freiheit, wenn man aus dem Labyrinth wieder heraus ist.
In Labyrinthen wurde getanzt oder man konnte beim begehen über sich selbst und das Leben nachdenken.
Da Labyrinth ist ein Symbol. Es ist ein Zeichen in einer verborgenen, undeutlichen Sprache, die aber trotzdem jeder kennt. Das Labyrinth ist ein Rätsel, ein Geheimnis, aber dennoch kann man es deuten, ihm auf die Spur kommen, es aufdecken und zu sich sprechen lassen. Man kann die eine oder andere Bedeutung hervorholen und betonen, darüber nachdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen.
Genau lässt sich ein Symbol nie beschreiben oder ausdeuten. Alle Aufzählungen sind deshalb nur eine Anregung, das Labyrinth selbst zu interpretieren und zu lesen. Es steckt viel mehr darin, als in Büchern Platz hat.
Das Labyrinth ist ein Symbol des Lebens. Das Labyrinth ist eine Ermutigung und eine Einladung, sich auf den Weg zu machen. Es ermutigen zu gehen und weiterzugehen, weil es ein Ziel gibt. Am Ende des Weges watet die Mitte.

Labyrinthbetrachtungen

Text aus “Labyrinth – Lebensweg” Labyrinthkongress in Dresden
Im Labyrinth kannst Du dich nicht verlaufen. Du hast die Mitte immer vor Augen. Im Schreiten durchmisst Du den ganzen Raum, erlebst wie Du Dich der Mitte immer wieder annäherst und Dich von ihr entfernst. Das ist der Rhythmus Deines Lebens. Wie Einatmen und Ausatmen. Das Labyrinth fragt Dich nicht: Gehst Du falsch oder richtig? Es fragt Dich: Gehst Du? Im Labyrinth kannst Du nicht verloren gehen. Bleib auf dem Weg und Du wirst die Mitte finden.
Im Labyrinth führt ein langer Weg hin und her pendelnd auf “Umwegen” zur Mitte und von dort zum Ausgangspunkt zurück. Dieser Weg wirkt entschleunigend. Er verlockt, alles immer wieder von verschiedenen Seiten zu betrachten, den Standpunkt zu verschieben, die Blickrichtung zu wechseln. Die Sehgewohnheiten zu ändern, kann dazu führen, die Theorien (theorein = sehen) zu ändern und damit unsere Beziehung zur Welt.
Das Labyrinthals ein offener Raum mit einer Struktur des Wachstums kennt keine Hierachien. Sein Weg verbindet, innen und außen, links und rechts, oben und unten. Er fügt Gegensätzliches zusammen und erinnert, dass erst die Integation und Vernetzung aller Ebenen ein leben in Fülle ermöglicht.

Text aus “Mein Weg zur Mitte”,im Labyrinth des Lebens

Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht den Minotauros
Im Labyrinth begegnet man sich selbst.

Seit Jahrtausenden sind die Menschen vom Sinnbild des Labyrinths fasziniert.Labyrinthe finden sich in fast allen Kulturen der Menschheit. Das Labyrinth ist ein Spiegelraum der Selbstbegegnung.Der Weg durch das Labyrinth und aus ihm wieder heraus wird als Erlösungsweg, als Heilsweg verstanden, der letztlich zu unserem wahren Selbst führt, wenn wir den Mut aufbringen, unsere eigenen verschlungenen Lebenswege weiterzugehen und nicht aufzugeben.Darin liegt der Schlüssel: Der Weg ins Labyrinth ist zugleich der Weg, der uns daraus erlöst. Der Weg, der uns nach innen führt, führt uns zugleich auch wieder nach außen, zurück in unsere eigene Wirklichkeit, in unsere Lebenssituation.

Deshalb ist dieser Weg, auch wenn wir das oft glauben, kein Irrweg. Gerade dieser Weg ist unsere persönliche Lebensaufgabe. Die mittelalterlich – christlichen Labyrinthe zeigen diese Symbolhaftigkeit ganz deutlich: Es gibt keine Sackgassen, keine Wahlmöglichkeiten, keine Irrwege. Es gibt nur einen Weg für dieses Leben, in das wir hineingestellt sind, und nur eine Entscheidung, die wir zu treffen haben, den Weg unserer Lebenserfahrung selbst zu gehen und anzunehmen oder zu verweigern.

Symbole werden lebendig und erschließen sich, wenn man ihnen begegnet.
“Der Weg ist das Ziel” – Wenn wir das für unser Leben erkannt haben, gewinnen wir die Ruhe und die Kraft, die aus unserem Inneren, aus unserer Mitte strömt und uns den Lebensmut gibt, nicht aufzugeben, sondern den Weg weiterzugehen.

Labyrinth auf Mallorca

Im April legte ich am Strand von Strand von Port de Soller ein Labyrinth mit Kieselsteinen. Als ich es am Abend besuchte, hatte jemand etwas dazugelegt.