Mensch – Steingedanken

Stein und Labyrinth

Bei Stein denke ich zuerst an die vielen Steine, die mir im Juni 2007 auf meiner Entdeckungsreise zu den Trojaburgen Schwedens unter die Füße geraten sind. Aber auch an die prähistorischen Felsbilder in Westschweden. An die Steinkistengräber, Hügelgräber, Schiffssetzungen, Menhire und die großen Runensteine der Wikingerzeit. An die Rauksteine an der Küste Gotlands und die vielen großen und kleinen Felsen in ganz Schweden.

Die Trojaburgen Schwedens sind die ältesten noch erhaltenen begehbaren Labyrinthe, die es weltweit gibt. Manche über 2500 Jahr alt, viele wenigstens aus der Wikingerzeit und die neueren auch schon wieder 100 Jahre alt. Und alle nach dem gleichen Muster (wie Deines auch) gebaut. Mit 7, 11 oder 15 Umgängen. Einfach faust- bis kopfgroße Steine auf den Boden gelegt. Da kommen schon 2000 bis 3000 Steine zusammen. Und darum ist für mich jetzt der Ursprung des Labyrinthes in den Skandinavischen Trojaburgen zu finden. Denn es gibt immerhin noch so 500 Stück zusammen.

Der Name Troja erinnert zwar an die griechische Mythologie und führt uns in den Mittelmeerraum, aber es gibt Leute, die überzeugt sind, dass all diese Sagen, Mythen und Märchen weltweit zusammengehören, aber die Trojaburg doch ihren Ursprung in Skandinavien hat.

Darum ist es auch so schön, dass Dein Labyrinth eine richtige Trojaburg ist, denn es/sie besteht ganz aus Steinen und ist nach dem Muster des klassischen (oder Ur-) Labyrinths angelegt.

Erwin Reißmann Würzburg

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6. Januar 2008

Beitrag 2

In unserem Garten steht ein kleiner Turm aus 14 flachen aufeinandergelegten Steinen. Sandsteine alle aus dem Steinbruch hier aus der Nähe. Mein Sohn und ich haben sie herbeigeschlept und aufeinandergelegt, das war im Frühjar. Seitdem warte ich darauf das der Wind oder der Hund die Kinder oder irgendetwas den Turm zum einstürzen bringt, aber er steht noch . Jeden Tag wen ich hier bin sehe ich den Turm und freue mich , das er noch steht. Wen er einstürzen würde, werde ich ihn wohl wieder aufstellen. Vieleicht kann ich dir mal ein Foto schicken oder du kommst mal vorbei.
Wolfgang F. / Höchberg

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Hallo Peter,

möchte dir gerne ein Geschichte über meine Erfahrung mit Steinen erzählen.
Steine haben mich schon als Kind sehr beeindruckt. Denn ich war noch klitze klein
als ich auf der Insel Fehmarn die ersten Erfahrungen mit ihnen gemacht habe.
Es ist der Strand der Steine an der Ostsee Küste gewesen, der mich so gut spielen lassen hat.
Voller Fantasie habe ich Sandburgen, Staudämme, Höhlen, Feen und Elfen Welten gebaut.
Schätze gefunden „Versteinerte Seeigel, Tintenfischarme und Pflanzen“.
Es war eine Welt voller Wunder, die mich bis heute nicht losgelassen haben.
Heute schaue ich mir die Steine von innen an, die mir so viel erzählen können.

Schicke dir noch ein Foto aus meiner eigenen kleinen Stein Welt.
Viel Erfolg bei deiner tollen Idee.

Tschüss Hilde / Würzburg

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Beitrag 4 und 5

Steine ruhen im Meer der Zeit,
geformt von Wasser und Wind
entstehen unzählige Formen
Sie bereichern meine Fantasie
und geben mir Ruhe und Kraft.

Gruß Martin / Güntersleben

Steine sind unsere Ahnen
und unsere Lehrmeister,
sie lehren uns Kraft, Geduld und Ausdauer
Spielt mit den Steinen

Gruß Barbara / Würzburg

Beitrag 6

Der Stein ist Geheimnis einer unerforschlichen Geschichte, voll schweigender Aussagekraft nur dem zugänglich, der ihm mit Liebe begegnet; halte inne und bewundere die in ihm wohnende Energie und Kraft für dich heute;

Bernhard W. / Randersacker

Beitrag 7

Stein Worte

die zeit
zeichnet die steine
die zeit
zeichnet die welt
die zeit
zeitigt dich

der raum
atmet die steine
der raum
atmet die welt
der raum
beraumt dich

in zeiträumen
leben
in raumzeiten
sterben
das leben
träumt dich

Ilse / Wien

Beitrag 8

Lieber Peter,
Steine sind auch seit meiner frühen Kindheit ein wichtiges Element in meinem Leben. Während mein zwei Jahre älterer Bruder sogar welche gegessen hatte (ca. 5 jährig), spielte ich regelmässig (im Stein) mit FreundInnen in einem Bergflussbett. Hier waren neben den kleinen Wasserfällen herrlich ausgewaschene (Badewannen-) Mulden, eine nach der anderen, bis wieder ein kleiner Wasserfall die “Spielwiese” abenteuerlich machte.
Spätestens als ich dann als junge Frau in Nepal durch die Berge an den schönen Stein- Gebets- Mauern entlang wanderte, war ich wieder fasziniert von der Kraft und Ausstrahlung so mancher Steine!
Auch mit Kindern habe ich inzwischen “Stein- Musik” gemacht, zuvor mit ihnen natürlich die Individualität eines jeden Steines erörtert!

(Stefanie)
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Beitrag 9

Der Stein hat für mich etwas rätselhaft Sinnliches. Bereits als Kind war ich von dem Gefühl, Steine durch die Hände gleiten zu lassen fasziniert. An jedem Wasser ließ ich sie springen, wurde ein Meister im Aussuchen der best geeigneten Steine und gewann ein kleines Vermögen von Murmeln und Süßigkeiten im Wettbewerb, welcher Stein die Fahrt über das Wasser mit den meisten Sprüngen bewältigt, bevor er fröhlich in die Tiefe versank. Noch heute habe ich viele Steine, die von fernen Ländern und Gegenden Geschichten erzählen, ähnlich einem Schlüssel, öffnen sie mir beim Halten in den Händen mit geschlossenen Augen die Reise zurück in die Vergangenheit, selbst Gerüche steigen in mir auf. Bei den Gedanken, das in meinen Händen liegende Steinmaterial ist direkt aus dem Universum zu uns gefallen, sozusagen Sternenstaub, durchläuft mich ein gelassener Schauer über das Wunder unseres Seins….
Stephan

Liebe Grüße und kreative Zeiten
Stephan Z. / Regensburg

Beitrag 10

Steine – zu Materie geronnene
Erdgeschichten
Mit herzlichem Gruss
Edwin K.

Beitrag 11

Als ich die erste Karotte dieses Sommers aus der Erde zog,
war ein Stein im Wurzelhaar gefangen
wie eine Münze in einer Faust.

Die ältesten Bewohner dieses Hügels,
lange bevor mein Fuß ihn betrat,
lasen ihr Geschick aus der Gestalt von Steinen.

Jeder Stein trug ein Muster.
eine Wegkarte dieses Landes;
wer sie deuten konnte,
den führte sie an sein Ziel.

Ich passte meine Handfläche
der Form des Steines an,
suchte nach der Skizze eines unsichtbaren Pfades,
einer Strasse, wie sie die Flügel des Rotschwanzfalken
desweilen über den Himmel ziehn.

Ich hielt den Stein, bis ich spürte,
wie mein Herz in seinem Rhythmus zu schlagen begann,
dann vergrub ich ihn wieder, unsicher
ob ich schon bereit war,
den Weg zu betreten, der er mir wies.

von Joseph Bruchac

Beitrag 12

Seit meiner Kindheit habe ich einen Amulett-Stein von meiner lieben und einzigartigen Oma bekommen.
Der Stein schenkt mir bis heute inneres Gleichgewicht, Freude und Harmonie,
er gibt mir Kraft und Mut, er beschützt mich.
Darüber hinaus sind Steine für mich sehr persönliche und lebendige Kraft-Steine.

Ich schicke dir auch ein Gedicht, vielleicht hast du ihn schon, es ergänzt alle meine Gedanken zum Thema „Stein“

Ein Stein ist nicht nur Mineral,
er ist ein Lebens Quelle.
Ein Stein ist wie ein Ritual,
hilft manchmal auf der Stelle.
Schau staunend diese Farbe an,
die Form und die Struktur.
Nimm ihn nah an dich heran,
Du fühlst dann die Natur.
Ein Stein kann inspirierend sein,
und heilen kann er auch.
Seine Wirkung ist nicht klein,
leg ihn auf deinen Bauch.
Spür die Geschichte die er hat,
aus welchem Land er stammt.
Bist du lustlos, bist du matt,
so nimm ihn in der Hand.
Du kannst die Kühle fühlen,
er gibt dir Kraft und Sinn,
und kämpfst du gegen Mühlen,
sorgt er für den Gewinn.
Ein Stein ist wie ein Freund,
treu ist dir und nah.
Er der es gut nur mit Dir meint,
ist immer für Dich da.

Lidia P / Schweinfurt

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Beitrag 13

 

Stein

Ur – Gedächtnis des Universums
aus Sternenstaub verdichtet
neu geborene
Gegenwart

Esther / Würzburg

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Beitrag 14

21. Februar 2008

Ein Gedicht mit „Stein“ und zusätzlich mit Lokalkolorit

Auf „Stein“ reimt sich ganz fein „Wein“
In Franken kann’s nix andres sein
die beste Verbindung wiederum von Wein zu Stein
ist Würzburger Wein vom Stein sprich „Stein-Wein“

Ebenso verbindend wäre „Weinstein“
der Kenner braucht’s nicht unbedingt,
also lassen wir das sein!

Und die Moral von der Geschicht’
drei Schoppen
– und Du hast Dein Gedicht!

20/2/08/Manfred E. / Würzburg

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Beitrag 15

Der Stein

von der härte geschützt,
durch nichts zu erschüttern,
die schläge des lebens reglos ertragend,
keine gefühle, kein ausdruck der pein

hart wie ein stein.

im innern erbebend,
von den ängsten erdrückt,
die wunden verbergend, das brodeln im innern,
die unbändige wut im kampf gegen das da-sein

kalt wie ein stein.

könnt’ ich mich ändern
wie würde ich sein?

ich wär’ gern ein mensch
und bejahte das leben,
lebte mit tränen, mit tiefen gefühlen
und träumte trotz regen vom sonnenschein

so könnte es sein

ich säh’ gern das gute
der menschen um mich
würd’ selber mich achten und zu mir stehen
und nie mehr in gedanken an der brücke sein

so möcht’ ich sein

Matthias M. / Würzburg

Beitrag 16

Steingedanken 16

Diesen Stein fand ich 1987 auf der griechischen Insel Samos. Als Erinnerung an diese Ferien nahm ich ihn mit. Ein paar Jahre später suchte ich für unseren Erzählkreis in der Klasse einen Stein, der für Kinderhände die passende Größe hat und angenehm zu spüren ist.
So gelangte dieser Stein von Samos in mein Klassenzimmer, hat dort seinen festen Platz im Morgenkreis und begleitet uns seitdem auf unseren “Gesprächsreisen”.
Jedes Kind, welches im Morgenkreis von seinen alltäglichen Erlebnissen erzählen möchte, bekommt während des Erzählens den “Erzählstein”, hält ihn in seinen Händen und gibt ihn dann an das nächste Kind weiter. So hat dieser Stein schon viele Kinderhände gespürt und so manchen schönen, lustigen, traurigen, aufregenden, …. Kindergeschichten gelauscht.

Barbara B. / Würzburg

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Beitrag 17

Hallo Peter

ich will dir mein Steinverhältnis schreiben!

Als ich meinen 1 Arbeitstag bei meiner neuen Arbeitsstelle am 1.10. 2002 antreten wollte, hatte ich vor der Abfahrt zur Arbeitsstelle ein beklemmendes Gefühl (Ich war zu diesem Zeitpunkt 44 Jahre alt und hatte 25 Jahre als Kundendienstmonteur gearbeitet und wollte jetzt die Ausbildung von Lehrlingen und Meistern im Elektrohandwerk zu meinen Beruf machen).

Ich lief also durchs Haus und suchte einen Talisman, ich glaubte, unbedingt einen Helfer mit nehmen zu müssen. Im Esszimmer hatte ich vor länger Zeit ein paar schöne Steine (Fundstücke aus dem Urlaub oder auf Wanderungen durchs Gelände gefunden). Einer fiel mir ins Auge und ich beschloss ihn mitzunehmen und ihn immer mitzuführen. Mein Gedanke war, solange er bei mir ist, geht alles gut und in meinem Unterricht läuft alles problemlos.

Es folgte eine harte aber interessante, lehrreiche und intensive Zeit auf meiner neuen Arbeitstelle. Nach einer Zeit (ca. 1 Jahr) vergaß ich einmal meinen Stein mitzunehmen für eine Kurswoche. In dieser Woche bekam ich dann richtig Stress- meine Tafel wurde beschädigt, die Lehrlinge lieferten sich mit mir lautstarke und eigentlich fruchtlose Diskussionen mit mir. Kurz und gut, ich war froh als die Woche vorbei war. In der Reflektion dieser Woche stellte ich fest „du hast den Stein vergessen“.
Seit dieser Woche habe ich ihn wieder jeden Tag im Unterrichtsraum bei mir.

Seit letztes Jahr führe ich ihn nicht immer mit mir mit, sondern er liegt auf meinem Schreibtisch und ich weiß er ist da.

Anbei ein paar Bilder vom meinem Stein.

Gruß Norbert

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Beitrag 18

Lieber Peter,

anbei meine Gedanken zu Steinen und damit auch zu Deinem Projekt, zu dem ich Dir viel Erfolg wünsche:

“Der Stein. Er liegt schwer in meiner Hand. Er ist hart, stark und kraftvoll.

Meine Faust schließt sich. Nun ist er ganz nah, nimmt meine Wärme auf, gibt sie wieder. Er atmet und ruht.

Er wird lebendig, ist da, erwartet, fordert.

Er wird tun, was ich ihm gebiete – mein verlängerter Arm, meine Idee, meine Leichtigkeit und meine Schwere.

Bauen oder zerstören? Das ist ganz bei mir.

Eine Grundlage schaffen, bauen, aufwärts, himmelwärts – das liegt mir mehr.”

Kannst Du damit was anfangen?

Alles Gute!

Helmut / Würzburg

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Stein
auf dem Weg
ein Hindernis
ein Stolperstein

ein Stein
in der Hand
ein Wegweiser
eine Erinnerung

ein Stein
von menschlichen
Kräften gestaltet
ein Herzstück

Ilse M.Seifried

für die Welt
haben andere
Worte
gesucht
der ungewortete
Stein
hat dich
gefunden um
von dir
gestaltet
zu werden
in deiner Sprache
gewortet
Ilse M.Seifried

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Beitrag 19

Gedanken zum Stein

28. Februar 2008

Freiheit – Welten – Galaxien – Sonnen – Planeten – Kontinente –

– Massive – Berge – Felsen – Brocken – Steine –

– Kiesel -Sand – Staub – Mörtel -Steine –

– Mauer – Wände – Gefängnis

Alexander Voigt / Würzburg

Beitrag 20

Sie lachen mich schon lange an, kullern mir entgegen, wollen mitgenommen werden, schleichen sich in meinen Rucksack wenn ich durch die Landschaft streife, hinterlassen hässliche Schmutzflecken in meinen Jacken und Hosentaschen – nur um ein schönes Plätzchen bei mir zu Hause zu finden.

Steine, schöne, interessante, rundgeschliffene, eckige, kantige, mit schönem Muster, Innenleben, schön wie Intarsien, Reliefs – wie von Künstlerhand geschaffen. Es sind die schönsten Souvenirs die man finden kann, in den Bergen Österreichs, in den Steinwüsten Afrikas, an den Felsstränden Balis, in den Weinbergen Unterfrankens. Überall.

Und sie erzählen Geschichten..

Die Geschichten derer, die vom Stein, mit dem Stein, im Stein leben und ohne ihn nicht sein können.

UNSERE Geschichte

– von Wärme, Schutz, Harmonie und Leben – im Schutz der Steine.

Wir müssen nur zuhören und hinschauen.

Dann könnten wir alle „stein-reich“ sein.

Christa / Würzburg

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Beitrag 21

„Steine

Steine sind hart. Steine sind schön. Es gibt sie in unterschiedlichen
Größen, Formen und Farben. Es gibt kostbare und welche, die bei dir und mir
im Garten liegen. Kurz: Steine sind sehr vielfältig!“

Viele Grüße

Lina Lutz 11 Jahre

Beitrag 22

Stein hat für mich neben den spontanen Bezügen (hart, schwer, dauerhaft,…) vor allem zwei Denkanstösse:

– Stein als Gegensatz zur Flüssigkeit
Steine entstehen dann wenn ein Flüssigkeit erstarrt oder verdampt (Lavagestein, Kalkgestein,…). Steine sind deshalb für mich der Gegenpol zu Flüssigkeit. Entweder erstarrt fließendes Material oder Stein bildet sich aus den festen Teilchen die in einer Flüssigkeit enthalten sind. Genauso wird Stein wieder in Flüssigkeit übergeführt. Ich denke bei Steinen deshalb daran, dass Sie für eine Zeit erstart sind, um wieder gelöst zu werden.

– Stein als Arbeits- und Wirtschaftsfaktor
Stein steht für mich auch für harte Arbeit mit der Wohlstand erwirtschaft werden kann. In Franken und vielen anderen Gegenden trifft man immer wieder auf Steinbrüche (aufgelassen oder in Betrieb), denen die Mühen beim Abbau auch nach vielen Jahren anzusehen sind. Am Comer See habe ich mal einen Steinbruch in großer Höhe gesehen, wo mittels abenteuerlicher Konstruktion Steine „abgeseilt“ wurden.
Man wundert sich dann oft, wie sich diese Arbeit rentieren konnte.
In Franken denke ich an die vielen Steinbrüche entlang des Maines, in der Kirchheimer Gegend, die Buntsandsteinbrüche im Tauber und Maintal und natürlich die Basaltsteinbrüche in der Rhön.

Seppio / Würzburg

Beitrag 23

Steingedanken 23

12. März 2008

Hallo Peter,

Meine Tochter und deine nette Antwort haben mich jetzt endlich auch bewegt
die Gedanken und Assoziationen, die mir zuerst kamen, als ich dein
Steinreich sah, kurz weiter zu verfolgen.

Mir ist ein Mensch aus der griechischen Mythologie eingefallen, der auch
ziemlich viel und ausführlich mit Steinen zu tun hatte: Sysiphos.
In der Geschichte ist die Sysiphos-Arbeit als Strafe angelegt. Ich sehe das
gleich bedeutend mit einer Aufgabe, die einem Mensch auf der Erde gestellt
wird, und die ihn dazu bringen soll, auf Grund seines bisherigen Schicksals
einen weiteren Lernschritt zu tun.

Sisyphos’ Strafe in der Unterwelt bestand darin, einen Felsblock einen
steilen Hang hinaufzurollen. Immer kurz bevor er das Ende des Hangs
erreichte, entglitt ihm der Stein, und er musste wieder von vorne anfangen.
Heute nennt man deshalb Aufgaben, die trotz großer Mühen so gut wie nie
erledigt sein werden, Sisyphosarbeit.

Viel Spass Bei der weiteren Steinarbeitwünscht dir

Joachim Lutz

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Beitrag 24

Wiederwerden in einem Stein, in einem Staubkorn – er weint mir in der Seele,
dieser Wunsch.
Fernando Pessoa aus das Buch der Unruhe.

die Steine heben gefaehrdet die Gesundheit
Steine transportieren gefaehrdet die Umwelt
Dieselben zu bearbeiten schreit zusaetzlich nach Ruhm
und meist fuehrt der Weg zu den Steinen wo oben ein Solcher trohnt
J.G.F.

Beitrag 25

Die Steine lagen lang im Meer
das Wasser trieb sie hin und her.
Die Wellen schlugen oft um sie
und hatten dabei keine Müh,
sie formten ovale und auch runde
und holten sie herauf vom Grunde.
Sie haben Farben, Muster, viele Streifen,
man kann es wirklich nicht begreifen.
Ich grub sie aus dem Meeressand
und brachte sie ins Bayernland.
Dort liegen sie in meinem Garten
und ich kann dann nur darauf warten,
wenn sie vom Regen wieder nass,
ein großes Staunen, welch ein Spaß!

H.K.

Beitrag 26

In meiner Kindheit brauchten wir keinen Spielplatz – wir hatten ein ganzes Dorf mit seinem Weiher zum Baden, den Wiesen und Feldern zum Tollen und die Wälder zum Druchstreifen. Das Dorf lag in einem Kessel und war von kleinen Weinbergen und Feldern umgeben in Hanglage. Die Hänge waren früher so “steinig”, dass die Bauern die Steine aus den Äckern aufgelesen und in Längsreihen zu “Steinmauer” aufgehäuft haben. Diese Steinmauern wurden für uns Kinder zum Bauparadies – richtige “Steinhäuser” und “Buden” haben wir gebaut. Jede Kindergruppe hatte so ein eigenes “Reich”. Jeden Tag wurde nach der Schule etwas neues dazugebaut oder altes verändert. Uns fielen alle möglichen Rollenspiele ein: mal waren wir Cowboy und Indianer; mal waren wir Bauern, die das Feld bestellten oder wir spielen einfach Familie. So verbrachten wir manche warme Jahreszeit in unendlicher Freiheit auf diesen Steinmauern… Schön war es und ist es auch heute noch in meiner Erinnerung.
Margitta P.

Beitrag 27

hallo peter,

du weißt – ich rede ja nicht sooo viel :-9

hier mein steinbild und steinige worte.

-ohne risiko passiert nichts, es passiert aber auch nichts ohne risiko-

liebe grüße und gedanken

mona / Würzburg

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Steingedanken 28

19. März 2008

Antons 60. Geburtstag

Unser bester Freund Anton ist sehr schwer krank. Doch er verliert nie den Mut und wir alle hoffen mit ihm, dass er sich noch lange, lange am Leben freuen kann. Kurz vor seinem 60. Geburtstag musste er sich einer schweren Operation unterziehen. Vorher plante er jedoch seine Geburtstagsfeier. Seine Einladung hatte folgenden Text:
“Das Wasser
bahnt sich seinen Weg.
Unaufhaltsam strömt es durch die Zeit.
Vom kleinen Rinnsal nach der Quelle
Wächst der Bach heran,
gewinnt an Fahrt
und durchlebt turbulente und ruhige Abschnitte.

Kieselsteine
Werden umströmt,
weisen den Weg und werden geformt.
Sie leiten und begleiten das Wasser
Auf seiner langen Reise durch die Zeit
Und erzählen aus der Geschichte.
Sie erzählen von Menschen und Ereignissen,
von Begegnungen und Abschied,
sie erinnern sich an schönen und traurigen Stunden im Fluss der Zeit.
Und das noch sehr lange.”

Seine Frau gestaltete die Festtafel wunderschön mit den unterschiedlichsten Steinen. Obwohl Anton erst eine Woche vor der Feier aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war er ein fröhlicher und glücklicher Gastgeber. Das ganze Fest hatte eine wunderschöne Atmosphäre. Für uns war es eines der schönsten Geburtstagsfeiern.
Wir schenkten Anton einen alten Stein, den wir in unserer Gartenmauer fanden, die eingerissen werden musste. Der Stein hatte oben eine Vertiefung. Wir beauftragten einen Steinmetz, die Anfangsbuchstaben von Anton und Hildegard einzumeiseln. Anton hat sich so gut von der Operation erholt, dass er diesen Stein an einen schönen Ort in seinem Garten aufstellen konnte. Zu unserem Geburtstagsgeschenk gehörte noch ein Besuch zum Lindelbacher Steinbruch. Mit Anton und Hildegard verbrachten wir dort einen wunderschönen Nachmittag.
Wir wünschen uns, dass wir mit Anton und Hildegard im Frühling einen Besuch beim “Steineflüsterer” unternehmen können.
Hermann H.

Steingedanken 29

19. März 2008

Urlaubssteine
Unsere Familie (Vater, Mutter, Matthias, Julia, Ulrich und Anne) brachte aus jedem Urlaub Steine mit nach Hause. Überall in unserem Garten liegen sie herum und erinnern uns an ganz bestimmte Orte. Von einem besonderen “Steintransfer” möchte ich berichten:
1996 verbrachten wir unseren Urlaub auf der Insel Elba. Dort lasen wir im Reiseführer von einem Strandabschnitt an dem es wunderschöne Kieselsteine in allen Farben gab. Natürlich mussten wir unbedingt diese Steine sehen. Mit einem Rucksack marschierten wir los und an dem Strand angekommen, trauten wir unseren Augen kaum: es waren wirklich Steine in allen Farben. Durch die leichten Wellen wurden sie immer wieder nass gemacht und hierdurch leuchten die Farben ganz besonders schön. Wir sammelten und sammelten bis der Rücksack prall gefüllt war. Nur wie kommen wir nun mit diesem Gewicht zu unserem Häuschen? Kurz entschlossen schulterte Ulrich den Rucksack wie einen Wasserkasten und so schleppten wir die Steine heim.
Natürlich geht jeder Urlaub mal zu Ende und unser ganzes “Hab und Gut” musste im Auto verstaut werden. Wohin nur mit den Steinen? Wir fanden eine Lösung und schütteten unsere Schätze einfach in die Ausbuchtung des Ersatzrades.
Normalerweise ist das ja perfekt oder?
An der Grenze zwischen Italien und der Schweiz war nichts mehr perfekt. Wir hatten einen Platten!!!!!!!!
Uns blieb nichts anderes übrig – das Auto musste ausgeräumt werden. Mindestens 10 Meter des Gehsteiges belagerten wir mit unseren Schätzen. Natürlich mussten wir so manchen Spott anhören wie z.B.: ”Ihr habt ja die ganze Insel Elba ins Auto geladen!” Doch wir ertrugen es mit Humor – denn solch schöne Steine hatten wir noch niemals mit nach Hause gebracht!
Ingeborg H.

Beitrag 31

Steine
Über Steine die “Wahrheit“ zu sagen,das ist sehr schwierig. Es ist wie mit mir selbst. Nun, sage ich was ich denke,was ich fühle – über Steine:
Steine sind alt. Denke ich. Gibt es auch junge Steine?
Steine sind gelassen. Sie machen sich nichts daraus, ob ich nun mit mir Tag für Tag ringe, mit meiner Vergänglichkeit konfrontiert bin – erbarmungslos! Es ist dem stein egal.
Er ist stark, kalt oder heiß, je nach dem ob Sonne oder Schnee.
Er weicht nicht aus – er passt sich nicht an mich an.
Wenn ich an einem Fels lehne, ihn umarme, versuche, es mir gemütlich zu machen, ist es ihm egal ob es mir die Rippen prellt, ob er mich frieren lässt – er hat kein Mitgefühl – und doch verstehen wir einander. Er erzählt mir Geschichten. Über vieles. Über Ihn. Ich bin gefordert, zuhören zu können. Ich kann es nur nicht immer. Dann frage ich nicht ihn, sondern ich frage mich, ob ich fähig bin zu diesem oder jenem Gefühl……ob ich fähig bin zu einem Leben mit mir selbst.
Steine haben kein schlagendes Herz, keine Adern ,durch die Blut fließt. Durch Steine fließt nur Geschichte und Zeit.
Steine sind grau und weiß und blau und rot und gelb und grün und dunkel und hell und nass und trocken,heiß und kalt,matt und glänzend.
Sie passen sich an. an Licht, an Vulkane, an Wind,Sonne,Wasser,Wellen.
Sie passen sich nicht an: bleiben unbeweglich,stark,hart – man muss sie mit Gewalt sprengen wenn man sie klein kriegen will. Und auch dann werden sie “Klein“ so wie sie es wollen.
Man kann Steine polieren, meißeln, in Bilder verhauen, formen – mit Werkzeuge. Am Ende strahlen wie Edelsteine!
Edelsteine strahlen, je mehr man sie schleift! Die Reibung tut bestimmt weh – bringt aber den schönsten Glanz!
Steine haben Klänge. Jeder seinen eigenen.
Ein Stein – ist manchmal unser Herz.
Steine entstehen manchmal in unserem Inneren – in der Galle oder den Nieren. Die sind jünger als wir.
Steine nerven mich, wenn sie mir im Wege stehen.
Steine fallen mir auch von Herzen.
Steine sind meine Geschwister.

Steine
Steine sind harte Brocken.
Ich bin auch ein harter Brocken. Manchmal.
Meine Kinder auch, besonders als sie auf die Welt kamen: wie zwei Backsteine!!
Das finde ich lustig!
Steine können fliegen. Ich habe es gesehen,erlebt, sage aber nicht, wie und wo. soll jeder für sich überlegen,nachdenken, wer will.
Steine sind auch Berge. Die laufen nie weg. Sie bleiben. Sind aber immer in Bewegung, sie verändern sich dauernd.
Ich weiss nicht genau warum,aber Steine machen mich traurig.
Steine machen mir Mut.
Manchmal möchte ich mit Steinen schmeissen.
Mit Steinen kann man Getreide malen.
An einem Stein kann man Messer schleifen.
Mit Steinen kann man Feuer machen.
Steine sind einfach und kompliziert,einfältig,banal,still, laut,vielfältig,vielseitig – einfach überwältigend!
Manchmal, wenn ich Steine beobachte, werde ich ruhig. Manchmal, wenn ich Steine beobachte,spüre ich meine Ungeduld und dann werde ich etwas wütend…
Steine helfen mir , mich zu entdecken: wie gütig ich sein kann, wie geduldig, wie stark, wie ich “sehen” kann, wie ich nicht “sehen” kann……wie starr ich sein kann, unbeweglich, matt, manchmal ein richtiges Miststück!
Jeder Stein hat sein eigenes Schicksal.Steine sind heiler. Man legt sie auf.
Steine können Feinde sein. Steinigung.
Ich glaube wenn man einen Stein streichelt,streichelt man sich selbst….oder jemanden.
Steine erwecken in mir Sehnsüchte. Ich kann sie manchmal nicht ertragen!
Steine können mich furchtbar aufwühlen! Sie erwecken in mir so viele Gefühle! Ich bin viel zu oft, viel zu offen dafür – und kann es kaum aushalten – diese Lebendigkeit!
Es ist eigenartig: wenn ich manchmal Ruhe brauche,kann ich Steine nicht haben und manchmal wenn ich Ruhe brauche, brauche ich Steine! Oder sag ich mal, kann ich sie so gut leiden.
Steine haben so viel Leben! Zum Anfassen! Unfassbar!
Steine
Steine haben einen eigenen Willen.
Steine haben einen starken eigenen Willen.
Steine haben so vieles , dass es mich schwindlich macht!
Steine führen mich immer zu mir. Zu meinem Ich. Und da ist auch so vieles, dass es mir schwindlich wird!
Mein Gott, es ist sooo gut, dass es Steine gibt!
Es ist so gut, dass es mich gibt!
Es ist so gut, dass es Dich gibt!

Maria L. / Würzburg